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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Einsidler / und Beichtiger. z zz -

tholifchen Glauben gehabt / durchausgeglaubet / was wür Römisch - Catho-lrsche bis auf Visen Tag glauben: Erhat den Glauben / oder was er glau-be / nicht nur in seinem Hertzem ver-borgen gehabt/ sonder solchen äusser-lich mit Mund/ und Hertz bekennet ;Dann wie alle wissen/ sonderbahr ausHerr WoMin/ und Herr von Gun-drlfingen ( die fast zo. Jahr vor der Re-ligions - Enderung geschriben) bekannt/so hat er glaubt/ daß das Fasten zuMüssen Tagen/ und Zeiten GOtt an-genehm / auch die Kirch Gwalt habeuns das Fasten zugebrethen/ indem ernoch in dem weltlichen Stand alle Wo-chen dreymahl gefastet/ und das in Be-sonderheit der Speisen/ er hatebenmitgleicher Strengheit die 40. von derKirch auferlegte Fasttäg gehalten: Wa-rum thun dann unsere Glaubens-Geg-nersolches verachten/ sonderbahr denAbbruch in Besonderheit der Speiß.

Er hat den Einsidler- Stand fürein GOtt wohlgefälligen Stand gehal-ten / ja/ nüe !Vi^Loniu8 sechsten schreibet/daß er aus Göttlichem Anmahnen indie Einöde gangen/ hat geurthellet /daß er besser in solchem als in dem Un-ruhigen Welt - Leben GOtt dienen kön-te / warum verachten sie dann den Eiy-sidlcr- und Ordens-Stand? Warumhaben sie dann die Emstdlereyen / undKlöster zerstöhret ?

Bruder Claus hat den Proceßio-nen beygewohnt/ den von der Kirchverlichenen Ablaß zu gewännen. DieProceßionen werden von ihnen verspot-tet/ den Gwalt Ablaß zu verleichensprächen sie der Kirchen ab.

Bruder Claus hat die Bildnussender Heiligen verehret/ solche ihm ab-mahlen lassen / vor solchen andächtiggebettet. Wie sie solche in der Enderungder Religion gehalten / und noch hal-ten/ ist bekannt.

Bruder Claus glaubte/ daß dieVorbitt der Heiligen grosse Krasst ha-be/ hat solche sonderbahr Mariä derseeligisten Mutter Gottes mit grossemVertrauen angeruffen/ auch bekennt /daß ihm wider die bösen Geister Mariazuhjiff kommen seye. Sie sagen / daßsolche Anruffung uns nichts nützlich /und der Göttlichen Ehr nachtheiligsey/ auch die Heilige nicht einmahlunser Anrüsten müssen / oder versteh«.

Bruder Claus hat die Beicht vorein Sacrament gehalten/ auch dessenlud bedienet/ vor den Füssen seines

Priesters sich nidergeworssen / vor sol,chem seine vermeinre Mängel reumü-thig gebeichtet. Sie verwerffen sol-ches als ein Folter der Gewüssen/ wol-len/ daß man allein GOtt / und nichtden Menschen beichten solle / sprächenauch ab dem Priester den Gewalt anstatt GOttes die Sünden nachzulassen.

Bruder Claus glaubte das H.Meß-Opffer/ ist solchem täglich mitEnglischer Andacht beygewohnt/ hatauch bey solchem (wie er sechsten sagt)grosse geistliche Süßigkeit empfangen.Sie sagen / daß solches verschmachtdas Creutz-Opffer unsers Heylands /seye nur erfundener Pfaffen-Dank.

Bruder Claus glaubte die thätli-che/ und nicht nur figürliche Gegen-wart des Leibs/ und Bluts Christiin dem heiligen Abendmahl / sagt/ daßauch under den kleinsten Gestalten derHeil. Hosti/ wann solche zertheilt wer-de/ der gantze Leib/ und Blut unsersGöttlichen Heylands gegenwärtig gantzohne Zertheilung/ har auch solches garoft mit Englischer Ehrenbiethigkeit em-pfangen/ und genossen / auß welcherGenussung nach seiner Bekanntnuß eralso gestätckt worden/ daß er keinermenschlichen Speiß bedörffen. Sieaber verneinen solche thätliche Gegen-warth/ nennen jene/ dresolches änder-ten/ Abgötterer.

Der S. Br. Claus hat die Prie-ster in grossen Ehren gehabt/ har be-kennt / daß wann ihm ein Priester be-gegne/ er es nicht für anders halte /als begegne ihm ein Engel-Gottes/auch die Eydtgnosseu solche zu verehrkermähnet. Weit andere Meinunghaben sie von den Priesteren.

Bruder Claus thäte die Spaltungin der Religion vorseht/thäte ein Löbli-che Eydtgnossenschafft mündtlich / undschrisstlich ermähnen /daß sie sich vor zu-kunsitiger Spaltung hüthen/ und in demGlauben ihrer frommen Vor-Eiterenverharren sollen. Sie aber habendurch ihr aufgebrachte Religion diserErmahnung zuwider die alte löblicheKirchen - Gebräuch/ und Ceremonienabgeschafft / die HH. Sakramententheils aufgebebt/ theils in ihrem We-sen veränderet / vil Glaubens - Arti-cul der Römischen-Kirchen verworffen/ein Religion / und Glauben eingeführt/die der Religion / und Glauben desstetigen Bruder Clausen schnurgradzuwider in grossen / nnd wichtigstenPuncten unser Heiligen betreffend.

Bbbz DP