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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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IV.

Die Gebe,'«ner unsersscrlitjk Bru-der Clauseuwerden offters jiiftlTroff derGläubigenServilen.

Von dem seeligen Bruder Clausen /

Diß alles hab ich angezogen/nichtdie widrige Parthey durch Proben zuüberweisen/ sonder allein aus vemGlau-ben des seeligen Bruder Clausen zu zei-gen/ daß er weit änderst als sie geglau-bet habe. Wann dann f wie sie sech-sten bekennen) Bruder Claus ein from-mer unschuldiger Mann/ ein Mann ei-ner sonderen Heiligkeit/ einManN/dergottseelig gelebt/ und seelig gestorben/so müssen sie ja gestehn/ dass man indem Glauben / den Bruder Claus ge-habt/ fromm leben/ und seelig werdenkönne/ und folgendlich der Römisch-Catholische ( dann solchen/ wie gese-hen/ hat Bruder Claus gehabt) derwahre seelig - machende Glauben seye»Wie wurden sie dann weich besser/unvnothwendig thun / wann sie den ange-nommnen Neuerungen wurden auf-künden/ in die Fußstapffen tretten ih-rer frommen Vor-Elteren/ und wide-rum zum alten Glauben kehren/ zudemGlauben des seeligen Bruder Clausen/sonstcn werden sie zu fürchten haben /daß einstens Bruder Claus / den sievilfaltig loben/ sie aus ihrem Mundrichten werde»

Als im Jahr 1654 der Hochwürdig-ste Fürst / und Bischoffzu Constantz Jo-anncs Francifcus von Praßberg als eineiffrigerSeel? Hirt in seinem weitschich-tigen Bischthum seine Schäfstcin in eig-ner hocherPersohn bcftichte / käme auchmüdem Hochwürdigsten Fürsten / undBisch off von Losaffen Hr. Jhdoco Knabvon Lucern nacher Underwalden./ als-dann wurde aus dessen Beselch dasGrab deß seeligen Manns eröffnet/ inBeyseyn der Herren Rathen von Un-derwalden / nebend einem Ausschutzetwelcher Land-Leuthen: Die Wohl-Ehrwürdige Herren / Herr Franciscusdamahliger PfarrherL zu Kerns /undHerr Johann Rist Caplan zu Sackslennahmen die Sarch aus dem eröffnetenGrab / welche dann von Hochgemeld-ten Fürsten eröffnet / die HH. Gebei-ner ordentlich erfunden / welche demzulauffcnden Volck gewisen/ auchzu küssen / und zu verehren vökge-stelt / und dargereicht würden/ her-nach in ein neue eichene Sarch gelegt /mit beyder Hochgemeldten Fürsten/UndBischoffen / wie auch einer HohenLands-Obrigkeit / und andern hohenGeistlich- und Weltlichen Stands-Per-sohnen Sigillen verwahret / deren noch8 . in letster Erhebung gesunden worden.

Als nach underschidlichen Processen/und vilfaltiger Einlangung hoher Geist-,lich - und Weltlicher Persohnen Begeh-ren/ und inständiges Bitten 1671. undtheils zuvor Oomeus IX. und Oemeus

X. Römische Papst seeligster Gedächt-nuß bewilliget / daß man das kanoni-sche Osmium, Tagzeiten / und Heil.Meß von dem Diener GOttes / wie voneinem Seeligen/zuSachslen / und durchdas gantze Schweitzerland / wie auchdurch das gantze Bischthum Constantz( wie herNach wird gesehen werden )halten könne / ist nicht auszusprechen ,was für Freuden under den Catholi-schen Eydtgnossen / und sonderbahr de-nen von Underwalden entstanden / ent-schlossen sich dann gesamte Herren obdem Wald samt ihren Land - Leuthenaus allgemeiner Beyhülff disem nun-tnehr von der Kirch für Seelig ernähr-ten seeligen Mann ein neue Pfarr-Kirchzu Sachslen zu bauen / haben auchohngesaumbt disem Bau den Ansanggemacht 1672. und ist in selben Jahrden 12. mit freudenreicher 8olem?Er, und Zulauff deß gantzen Landsvon dem Hochwürdigsten Fürsten / undHerren Oäoaräo Lybo damahligenPäbstlichen Legaten an ein HochlöblicheEydtgnoßschafftder erste Stein gelegt,hernach das gantze Kirchen- GebäusäM den Altären, auf das herüichesteaufgeführt / daß solches Gebäu billichsonderbahr wegen seinem kostbahrenschwartzen mit weissen Adern gespreng-tem Marmel / von welchem alle Säu-len / alle Ecken der Kirchen samt demgrossen Portall zu bewunderen / undunder die schönste Kirchen der Eydtsgnossenschafft zu zehlen.

Verwunderlich ist es/ was sich bei)gemelden Kirchen - Bau zugetragenAls man sorgfältig nachsuchte/wo manzu gemeldtem Kirchen-Gebäu bequem-meStein hernehmen könte/faude man indem Melchthall einMvssen Felsen / odepFlue von schönem Marmel/ scheinte a-ber unmöglich zu seyn von so grossemFelß die Stein abhauen zu können /dahat sich Mit einem grossen Wunder( wie jedermann darvor haltete ) eingrosses Stuck von dem Marmel- Felsi-sen abgelößt / ist in Liesse gefallen ,welche so vil Stein hergeben / so vilMan denen bedürfftig war.

Fast gleiches hat sich dises Jahriereignet / da man einen kostbaren Al-tar deß Vilseeligen Bruder Clausenvon Marmel erbauen wolte / solchenaber in der Näche nicht wußte anzutref-fen/da ist unweith von der Pfarr-Kirchin einBach-Thalle in Risi gelösten/wel-che den Marmel entdeckt / von welchemdie Säulen zu dem Alrer genommenworden.

So ist nicht weniger wunderbahr /

lrrch