Vorn Brudee Ulrich / Einsidler / Und Beichtkgtt. 4z z
ich fich zuwohnen vergünstigen wolle.Weilen er einmal fürgenommen / undbeschlossen die Welt zu verlassen/ derhabenden Güter / und Reichthum auchnicht mehr zugedentken/ das Vatter-land/ und die Befreunden nicht mehrzu bettelten/ er wäre schon ein guteZeit mit Visen Gedancken/ und Vor-haben umgangen / daß nicht zu ver-muthen/ es möchte ein fliegender Geistsein/ vil weniger werde er auß Ar-muth/ oder widerwärtigem Unglück dar-ju verursachet: bittend/ er wolle ihnseiner ernstlicher / zur Seelen Selig-keit angesehener Bitt / gewehren/undplatz geben / so wölle er rhm demüthig/bereit/ gehorsam sein/ und seiner Lehrtreulich nachkommen. Solches be-dunckte Br. Clausen schwer zusein /schlüge Anfangs ihme solches ab / wei-len er selbst lieber gehorsamen / undsich under eines Lehrmeisters Zucht zu-begeben gestnnet war / begehrte mehrden Weeg der Vollkommenheit zu lehr-rmr / als andere zu lehren/ und ihnenVcfelch geben / und Gebott auflegen.Aber da er dessen Ernst erkennte/ saheauch sein Alter über die 40. Jahr sicherstrecken/ er achtete darneben dassein unauffhörlich Anhalten vil Lagan einander ein Anzeiger einer wohl-gearündten Ursach gäbe/ nicht wenigererkannt er auch im Geist/ daß diserBeruff von Gott herflieffe / nähmeBr. Claus selben an/ und als er jetztneben seinen weltlichen Kleidern / auchalle weltliche Gedancken/ Reichthum/Vatterland / und was er in der Weltgehabt/ mit fröhlichem Herßen hindanlegte / und verliesse / zöge er ihm eingrauen Rock an/ um das Jahr Chri-sti unsers Seeligmachers 147?- Bru-der Clausen Rock nicht ungleich. Da-rauf lehrete gesagter B. Claus ihndenWeeg der Vollkommenheit/ underwiseihn auch/ wie er sich im EinsiölerstanVbey Lag / und Nacht verhalten/ unddie Zeit nützlich solle/ und könne an-wenden.
e,,.In dem Ranfft / nicht weit von B.Clausen Cellen / stunde ein kleinesHäußlein / welches erstlich BruderClaus ihm selbst erbauen / und bewoh-net hatte / in selbem was sein leiblicherSoyn / Johannes von Flüe / dieneredem Priester zu Meß / und den Pil-gern / so ab / und zu giengrn / gäbeer Red/ und Antwort. DisesHäuß-lein übergäbe Bruder Claus dem an-gehenden Ritter B. Ulrich/ biß er Ge-legenheit hätte auch ein eignes zubauen.B. Ulrich achtete sich mehr als seelig/daß er der Welt entrunnen / und derenSorgen abgethan auch in die Einsitze,
lische vollkommene Gesellschaffk aufge-nommen / und einverleibt worden. Setz,,te seinem Leib Mannhafte zu / mit Fa-sten / Machen / und Kasteyungen / ver-suchte auch ernstlich ob er auch ohne na-türliche Speist möchte leben. DurchFürbitt aber B. Clausen ist er begna-det worden / daß er iz. Lag aneinan-der ohne alle Speiß/und Tranck alleinin geistlichen Sachen / und Betrach-tung gelebt / und dannöch weder mikHunger noch Durst beschwert worden.
Als dise Zeit verflossen / schickte ihmBruder Claus ein Brodt / mit Befelch/er solle den halben Theil in der Melch(ist ein fürfliessendes Wasser in Ransst)ein weichen / und essen / er wäre Br.
Clausen gehorsam/ assedas Brodt mikwenig Lust/ und etwas Unwillen. Andem dritten Tag darnach thäte er der-gleichen mit dem andern Theil deßBrodts. Auf diß wurde BrudeeUlrich so hungerig / daß er vermeintter könnte nicht genug zuessen bekommen/welches B. Claus alles zukünffligwüßte / und verordnete durch Htlff sei-ner Haußfrauen / daß ihm genug Speistgegeben würd / als er ersättiget würd/fragte er seinen getreuen Lehrmeister B. .Clausen warum er ihn nicht länger hättte fasten lassen ? darauf sagte BrudeeClaus: Es war genug / sintemahl eSvon GOtt also verordnet worden/wel-cher seine Gnad / und Gaben wunder-bahrlich under die Menschen ausgethei-let. Zweiffels ohne war auch dise 15.tägige Abstinentz von G0tt bey Bru-der Ulrich also angesehen / dardurch eedas unfehlbahres Sigel / und genügtZeugnuß gäbe / daß B. Claus war-hafttig ohn leibliche Speiß 19. und einhalb Jahr gelebt hatte.
Über ein Zeit gieng B. Ulrich hin- e-k. *auf in das Mösle/so damahls der oberRanjst genannt würd (ist ein Bergleinjenseits tztt Melch / gegen B. Clausenüberlegen) erwöhlete daselbst einPlätz-lein im Wald / ließ da ein Häußleinvon Hvltz bauen / doch etwas grösserdann V. Clausen Cell. Als er die neut'Wohnung bewohnete / käme der böseFeind / luffe das Häußlein an/ plagte,und! beängstigte den guten Mann sdgreulich / daß er nicht da bleiben könn-te/ diß klagte er dem Bruder Clausen.
Nicht ferrn von dannen war ein holerFelß/ in dem Bruder Claus ihme be-fähle zuwohnen / so werde es beftbewerden: Bruder Ulrich folgte difemRath / und herrlicher Anmahnung / undwohnete under dem Stein biß in seinEnd / welcher noch zusehen / und mitAndacht beuchet wird/ sonderlich weilB. Ulrich Anno 1484. mit Hilff der
ftom-