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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Vorn Brudee Ulrich / Einsidler / Und Beichtkgtt. 4z z

ich fich zuwohnen vergünstigen wolle.Weilen er einmal fürgenommen / undbeschlossen die Welt zu verlassen/ derhabenden Güter / und Reichthum auchnicht mehr zugedentken/ das Vatter-land/ und die Befreunden nicht mehrzu bettelten/ er wäre schon ein guteZeit mit Visen Gedancken/ und Vor-haben umgangen / daß nicht zu ver-muthen/ es möchte ein fliegender Geistsein/ vil weniger werde er auß Ar-muth/ oder widerwärtigem Unglück dar-ju verursachet: bittend/ er wolle ihnseiner ernstlicher / zur Seelen Selig-keit angesehener Bitt / gewehren/undplatz geben / so wölle er rhm demüthig/bereit/ gehorsam sein/ und seiner Lehrtreulich nachkommen. Solches be-dunckte Br. Clausen schwer zusein /schlüge Anfangs ihme solches ab / wei-len er selbst lieber gehorsamen / undsich under eines Lehrmeisters Zucht zu-begeben gestnnet war / begehrte mehrden Weeg der Vollkommenheit zu lehr-rmr / als andere zu lehren/ und ihnenVcfelch geben / und Gebott auflegen.Aber da er dessen Ernst erkennte/ saheauch sein Alter über die 40. Jahr sicherstrecken/ er achtete darneben dassein unauffhörlich Anhalten vil Lagan einander ein Anzeiger einer wohl-gearündten Ursach gäbe/ nicht wenigererkannt er auch im Geist/ daß diserBeruff von Gott herflieffe / nähmeBr. Claus selben an/ und als er jetztneben seinen weltlichen Kleidern / auchalle weltliche Gedancken/ Reichthum/Vatterland / und was er in der Weltgehabt/ mit fröhlichem Herßen hindanlegte / und verliesse / zöge er ihm eingrauen Rock an/ um das Jahr Chri-sti unsers Seeligmachers 147?- Bru-der Clausen Rock nicht ungleich. Da-rauf lehrete gesagter B. Claus ihndenWeeg der Vollkommenheit/ underwiseihn auch/ wie er sich im EinsiölerstanVbey Lag / und Nacht verhalten/ unddie Zeit nützlich solle/ und könne an-wenden.

e,,.In dem Ranfft / nicht weit von B.Clausen Cellen / stunde ein kleinesHäußlein / welches erstlich BruderClaus ihm selbst erbauen / und bewoh-net hatte / in selbem was sein leiblicherSoyn / Johannes von Flüe / dieneredem Priester zu Meß / und den Pil-gern / so ab / und zu giengrn / gäbeer Red/ und Antwort. DisesHäuß-lein übergäbe Bruder Claus dem an-gehenden Ritter B. Ulrich/ biß er Ge-legenheit hätte auch ein eignes zubauen.B. Ulrich achtete sich mehr als seelig/daß er der Welt entrunnen / und derenSorgen abgethan auch in die Einsitze,

lische vollkommene Gesellschaffk aufge-nommen / und einverleibt worden. Setz,,te seinem Leib Mannhafte zu / mit Fa-sten / Machen / und Kasteyungen / ver-suchte auch ernstlich ob er auch ohne na-türliche Speist möchte leben. DurchFürbitt aber B. Clausen ist er begna-det worden / daß er iz. Lag aneinan-der ohne alle Speiß/und Tranck alleinin geistlichen Sachen / und Betrach-tung gelebt / und dannöch weder mikHunger noch Durst beschwert worden.

Als dise Zeit verflossen / schickte ihmBruder Claus ein Brodt / mit Befelch/er solle den halben Theil in der Melch(ist ein fürfliessendes Wasser in Ransst)ein weichen / und essen / er wäre Br.

Clausen gehorsam/ assedas Brodt mikwenig Lust/ und etwas Unwillen. Andem dritten Tag darnach thäte er der-gleichen mit dem andern Theil deßBrodts. Auf diß wurde BrudeeUlrich so hungerig / daß er vermeintter könnte nicht genug zuessen bekommen/welches B. Claus alles zukünffligwüßte / und verordnete durch Htlff sei-ner Haußfrauen / daß ihm genug Speistgegeben würd / als er ersättiget würd/fragte er seinen getreuen Lehrmeister B. .Clausen warum er ihn nicht länger hättte fasten lassen ? darauf sagte BrudeeClaus: Es war genug / sintemahl eSvon GOtt also verordnet worden/wel-cher seine Gnad / und Gaben wunder-bahrlich under die Menschen ausgethei-let. Zweiffels ohne war auch dise 15.tägige Abstinentz von G0tt bey Bru-der Ulrich also angesehen / dardurch eedas unfehlbahres Sigel / und genügtZeugnuß gäbe / daß B. Claus war-hafttig ohn leibliche Speiß 19. und einhalb Jahr gelebt hatte.

Über ein Zeit gieng B. Ulrich hin- e-k. *auf in das Mösle/so damahls der oberRanjst genannt würd (ist ein Bergleinjenseits tztt Melch / gegen B. Clausenüberlegen) erwöhlete daselbst einPlätz-lein im Wald / ließ da ein Häußleinvon Hvltz bauen / doch etwas grösserdann V. Clausen Cell. Als er die neut'Wohnung bewohnete / käme der böseFeind / luffe das Häußlein an/ plagte,und! beängstigte den guten Mann sdgreulich / daß er nicht da bleiben könn-te/ diß klagte er dem Bruder Clausen.

Nicht ferrn von dannen war ein holerFelß/ in dem Bruder Claus ihme be-fähle zuwohnen / so werde es beftbewerden: Bruder Ulrich folgte difemRath / und herrlicher Anmahnung / undwohnete under dem Stein biß in seinEnd / welcher noch zusehen / und mitAndacht beuchet wird/ sonderlich weilB. Ulrich Anno 1484. mit Hilff der

ftom-