4Z 4 Vom Bruder Ulrich / Einsidler / und Beichtiger.
frommenLandleuthen / und Pilgerneinschöne Capell mit z. Altaren von Steinbauete / zur Ehr GOttes / und deßH. Ertz-Engels Michaels/ auch Bar-tholomai deß Apostels / und der ferti-gen Auftauen JElu Christi Anna / dochist dise Capell erst den 2Z.Hcumonat/im Jahr 1504. nehmlich zwantzig Iqhrnach chrer Erbauung gewyhen worden( villeicht aus Mangel deß Patrimonijwegen / oder deß Orths Ungelegenheit.)Von Herr Balthasar Prediger-Or-dens / Bischoffzu Troja/ undWeich-bischoff zu Costantz / als er den Tagzuvor / daß ist auf Maria Magdale-nen Tag/ die gtosse Capell im Nanffthatte gewyhen. Bruder Ulrich holerStein würd auch mit Erbauung diserCapellen mit Mauren umfangen / undzu einer feiner Cellen gemacht / mitzwey Fensterlein / dessen etngang jetzi-ger Zeit sich durch die K irchen ziehet.
c»?. s. An disem Orth lebte Br. Ulrich ingrosser strenge/ und Abbruch ein lan-ge Zeit/ er asse des Tags nur einmal/und gar wenig Speiß - etliche Tag nurein dürre Bieren/ hoffte noch immervon GOtt Gnad zu erwerben/ damiter auch ohn leibliche Speiß leben möch-te / ebenmäßig wie Br. Claus. Alser aber dem Fasten lange Zeit strengergeben war/ würd er sehr Krafftloß/und Schwach/ da käme Br. Clausu ihme/ zu fragen wie es stunde?be-amezur Antwort: Nicht wohl/ die-weil er Kranck seye/ deme Br.» Clauszu erkennen gab / er seye von GOTTnicht zu stätter Abstinentz verordnet /solle ein wenig essen/ damit er sein Le-ben nicht abkürtze: Bruder Ulrich fol-get ihm/ tnd asse/ und käme also wi-der zu Kra'fften/ undStärcke/ und ober zwar leiblicher Speiß nicht könnteentrathen / harte er dannoch dise Gnad/daß er Sommer/und Winterszeit /unser dem kalten Stein/ ohne Feurkönnte leben / und ihme difes Landsgrimme Kälte nicht schaden/ welchesdann für ein grosse Gnad/ und Wun-derwerk billich zuerkennen ist. Si-lben Jahr hat er nach erbauter Ca-pellen allda gelebt / wie lang aberzuvor / mag man eigentlich nichtwissen. Als sein Gewand anstengzubrechen / aber aus Armuth keinanders vermöchte zukauffen / bekleidteihn B. Claus mit seinem eignen Rock/aus Brüderlicher Treue / hatten aucheinander so lieb / und werth / daß sieeinander offt besuchten / von himmli-schen / oder aufferbaulichen Sachen miteinander sich beredten / und also wohlgerröst / voll deß Geists von einanderscheidten.
Der from B. Ulrich hat fern Vat- ^terland / und Adeliches Herkommen /die Tag seines Lebens niemands ver-trauen wöllen / doch weißt man / wieHerr Heinrich von Gundelfingen Chor-herr zu Münster im Ergöu bezeugt /daß er aus Bäyern / und k. ?. Ute-rus 8. Mlu , von München soll gebür-tig seyn. Da er zimblich alt von Jahren /deß ein samen Wesens wohl erfahren /bekäme ein Lust / und Verlangen derStatt Rom heilige Oerter zubesuchen/ohne Zweiffel wäre es auch die gering-ste Ursach nicht / für die neuerbauteKirchen geistlichen Ablaß von Päpstli-chen Stuhl / und etliche H. Reliquienzuwegen zubringen. Begäbe sich ver-wegen / nach von B. Claus ertheiltemUrlaub im Jahr 1476. mit einem gotts-förchtigen Priester / Luca Kölbling / da- .mahlen Pfarrherren zu Mutterthaal /auf die Straß : Dise zween Pilgernkamen also nach Rom / als sie die H.
Oerter nach Andacht besucht hätten /bekamen sie vil Heylthum / erlangtenauch von dem Apostolischen Stuhl / fürernante Capell un Möslin/ vil Gnadund Ablaß / samt einer PäbstlichenBullen / an welcher 16. Cardinälen Si-gel aufgedruckt/ under welchen koäe-ricus ?orruenÜ8 Lpitcopu8. Oliverius8Lbinensts> lV1srcu8 ?isenestirm8copi den Vorzug haben. 8ub äsro1487. den Febr. auf Maria LiechtmeßTag / ?onrisicgru8 8. y. K. Innocen-rij VIII. /^nno III. Incliäione V. Mitsolchem Brieff/ und Heiligthum reich-lich begnadet ( wie noch heut in genan-ter Capel zubeweisen ) begaben sich bey-de Pilgern mit Freuden widerum in dieEydtgnoßschafft/ der Priester zu seinerPsarr/ und B. Ulrich in seyn vorigeWohnung.
Bruder Ulrichs Freud / wegen er- ?->?. ^langtes Schatz / und Gnaden / wur-de bald wider in Leyd verkehrt / weil erB. Clausen kümmerlich möchte bey Le-ben finden / sintemahl diser seyn vo»
G-Ott vorgesetztes / und lang zuvor be-wußtes Ziel erreicht / und gantz feelig >den 2i. Mertzen im Jahr 1487. ver-schieden/ welches B. Ulrich sehrbeher-tzigte. Darum er wie ein verlassenesTurteltäublein / under seinem holenStein fasse / dienere hinfüro in grosserstrenge GOtt/ mit Betten / Betrach-tung/ Fasten/ und anderen geistlichenWercken. Und daß desto emsiger /weil er sein Sterbstündlein herbey zu-nähen vermerckte: Müßte vil Anlauffvon dem leydigen Feind erleyden/ vonwelchem er ekwatt hart geschlagen/undsein Rock zerrisen worden. Von denLandleuthen hatte er seyn Speiß/wel,.
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