Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
449
JPEG-Download
 

Dcr Sociäet IEsu Priestern. 44-

'lanW/ St. Iddä Wittiben in Teut- mahl abwendig gemacht wiewohl er oftscher Sprach bescheiden. Item in ge- denselben bey hohen / und anschliche»dachter Sprach liesse er ausgehen ein 'Persohnen beywohnen müssen / darinN'Beicht- und Communionbüchlein/ Ad- er nit ruhmredig / oder andern Gästenvent/ und Wcyhnacht Predigen. Will mit seiner Traurigkeit beschwerlich /allhie geschweigen die Zahl / und vile sonder so vil einer Ordens-Persvhnge-der Briesten die er an alle Gründ hoch/ büret / lustig / und holdseclig. Seinund nidrigen Persohnen geschickt hat. Gestalt/ Gang / Weiß / und Gebär-Nun ist zuwiffen / daß z.Ding seynd/ den waren zu der Christlichen Demuthwelche die jcnigen / so der Seelen Heyl gerichtet / wie einer ernsthafftiger Per-besürdern wollen / vollkommen machen/ söhn ansteht. Seine Kleidung / undals die Erkandtnuß Menschlicher/ und andere Letbsnothwendigkeiten warenGöttlicher Künsten/ die Wohlreden- nicht unsauber / nit köstlich noch glan-heit / und der tugendsame Wandel / di- tzet / sonder mehr schlecht / und unacht-ft Gnaden / und Göttliche Gaben seynd fam. Sein Red war sanfft/ und dochbey dem Canisio in so hohem Grad / nit leichtfertig/bapffer/aber nit rauch/und dermasscn an einander gehenckt / er hat auch selten gelacht/ und nur Zu-und in einander verschlossen'gewesen / erzcigung einer Freundlichkeit /und Lie- ,daß man nichts schvners / nichts zu al- be. Seine Zung war heilig / ohne unnützlen Verrichtungen dienstliches / und Geschwetz / und auch mitten under denfüglichers begehren hätte mögen. Da- Hosteuthen geistlich. Sein Gemüthmit ich es aber/ wann rch alles erzeh- offen/ und aufrecht/ gesunder Natur/kn wolte / nit zulang mache / befinde und guter Complepion.ich daß 4. Tugenden für anderen /sich

bey disem Apostolischen Mann erzeig- Der Eyffer deß Hauses GOtteS da-,ten; Die erste war Demuth / die an- verzehrte unsern Gottseeligen Canist-der die Gehorsame / und beyde mit um/ welcher als er vermerckte/ daß erEinfalt herrlich geziehret/ die drittedie vonTagzuTaganLeibskräfftenschwä-Begierd zum Gebett/ und letstlich der cher wurde/ hat er alle seine Leibs-innbrünstlge Eyffer zu der Seelen Heyl/ kräfften dahin verwendet / daß er dieund Erhaltung/und Fortpstanhungder leiste Stund / daran die Ewigkeit han-wahren Religion/welche Tugenden der get / glücklich / und wohl zubringenAuthor / oder Scribent dises Lebens möchte. Alle seine Gedancken wende-weitläusfig / und zierlich ausgeführet / te er auf das fromme / und Gottsceli-dahin wir dann den günstigen Leser ge Leben-nach welchem er sich dermassenwerfen wollen. Die Beschaffenheit des richtete / daß er schier von nichts andersLeibs ist dem Gemüth nicht ungleich / reden / oder schreiben könnte / als vonoder unproportioniert gewesen. Er dem andächtigen / und Gottwvhlgesäl-war von Persohn lang / von Angesicht ligen Leben. Er pflegte die Leben derdapffer / von Haar / welches er nach HH. zulesen/ oder lesen lassen/ diega-Gcwohnheit deß Lands etwas langge- ben ihm Urfach GOtt in seinen Heili-tragen / schwarizlecht / und erst in dem gen zuloben. Sein gantzer Leib / sonber-höchsten Alter mit grau vermengt / der lich aber die Füß/ waren ihm großge-Vart zwischen schwartz/ und roth/und schwollen / derowegen ssrach er : Seyhätte ein gutes Gesicht / ob er wohl an GOtt gelobt / die Kranckhest nimt zu.einem Aug / so ihne doch nicht entfiel- Wie man seiner imer gepflegt hat / warle / einen Mangel häkle / daß es ihme er barmit zufriden/ lobet GOtt / undbiß zu seinem End/ in so vil lesen / so dancket darum. Einsmahls als derer vollbracht / nicht verhinderlich ge- Bruder / so seiner pflegte / lang aus-wesen. D< r geistliche Wandel hat al- gebliben / und er mittler Zeit aus demlem seinem Fleiß / Wort / und Wer- Sessel gefallen war / und weil er ihmecken das gröste Ansehen gegeben / dann selbst nicht helffen könnte / ist er langan demselbigen die Widersächer / und auf dem Boden gelegen / biß endlichHemde nichts Madien gesunden / und der Bruder käme / und ihn aufhebte /seine Zuhörer mehr nichsbegehren könn» zu deme er mehr nicht gesagt als al-ten. Die Reinigkeit hat er an Leib/und lein: Ich dancke GOtt der mich so langSeel erhalten. Er pflegte sehr wenig allein gelassen / wir wollen aber einwegMessen/ und zuschlaffen/ er wäre ihme als den andern gute Freund bleiben.

. streng mit Fasten / Wachen / Bußklei- Er war an dem Leib sehr verzehrt / daßdern/ Gess ll n / und andern Leibskar er ohne Schmertzen weder sitzen noch li-steyungen / deßwegen ihme der Gene- gen könnte/und an vilrn Orthen hat erral befohlen / daß er solle deß P. Re- den Leib aufgelegen. Er pflegte zusa-.ctvris Räch jß solchen Dingen pflegen/ gen / der alte Scherb bedörsste keine»und folgen. Von seiner beständigen Artzney / er muß doch fortwandern zumNüchtertest / hat ihne nie kein Gast- Vatter. Sein essen war so wenig ,

daß

t