Von den Gottseeligen Fidele /
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sorgsames? mitzuwürckey. Und weil sei-ne so narürllch - künstliche Beredsamkeitmit einer sonderen Gnad die Hertzenauf das Lebendige-zutreffen/ begleitetwäre / entstünde aus Visen seinen Zure-dungen mercklicher Nutzen; ftithenmah-lcn er diejenige/welche ermann in Fort-setzung der Ordens-Strengezu wanckenschienen / jedesmahl wider Geistlich auf-zurichten gewußt. Gestalten dannnicht wenig seiner Mit Novirerr ihrerBeharrlichkeit / und Verglübdunch indem H. Orden denen eintringenden Ein-sprüchen dises Diener GOttes zuge-schriben / dessen vorzeigendes Tugend-Exempel dieselbe auch kräfftiaangespo-rer/ indem angetrettenen Weeg derVollkommenheit unermüdet fort zuschreithen. Die gewöhnliche OrdenS-Strengheiten verdoppelte er mir ausser-ordentlichen/und solchen / daß derKo-vir:en>Meister gemüßiget wäre ihm die-selbe in etwas einzuschra'ncken. DerHeil. Regel Geborten / Räthen/Lon-üirurionen / und von alten hergebrach-ten Ordens Gebrauchen erwise er sicheinen genauisten Beobachter. SeinWillen in allem zu gehorsammen erstreck-te sich weit über die Beschwärnußder Besuchen / und anbefohlnen Stü-cken ; sein Freud wäre / allen zü gehor-sammen / allen unterthänig zu seyn /gleichsam als ob er aller Besuchen /und Regierung nöthig hätte.
Der leidige Sathan / deme solcheTugenden ein Dorn in den Augen/undeme Vorsag waren/ daß diser eifrigeNovrz einen hohen Staffel der Hei-ligkett erklimmen werde / hatunterschid-liche starcke Angriff hervor gekehret /den Fortgang in dem frommen Ordens-Jüngling zu hemmen. Wie er abergesehen / daß dise Unverfänglich/ hater mit folgender Einsprechung an ihnegesetzt: Wann er in die Welt zurückkehrete / konnte er sich so wohl um denHimmel/ als um die bedürfftige Men-schen sehr verdient machen : Er könn-te zur Nachfolge mehrer anderer H.H. Rechts-Gelehrten der armen Witt-wen/ uud Waysen/ und anderer ver-lassenen Leuthen Rechts-Händel vorGericht besorgen/ welches alles m demCapuciner- Orden unterwegen bleibenwurde; Massen er also seine von GOttreichlich erhaltene Talenten in die müs-sige Erden vergraben/ mithin seine hie-rüber entstehende grosse Verantwortun-gen um ein merckliches vermehren thä-te. Dises wäre in dem vor Liebe desnächsten brennenden Hertzen FratrisFidelis ein mächtiger/ und gewichtigerStreich / woran er in den Zweifel ver-anlasset worden/ ob die Beruffung in
Visen Stand von GOtt seye ? Begibtsich ohnverweilet vor seinen Zuchtmei-ster/ entdecket ihm seine Gemüths-Be-schwerde/ und von ihme unterrichteterkennt er den Willen GOttes / zu-mahlen auch die Arglistigkeit des hölli-schen Versuchers / dem er dann mit Er-neuerung des Vorsatzes / in dem Or-dens - Stand zu beharren / alsobald ab-gefertiget. Worauf er mit einem Zu-satz seines vorigen Eifers / und wun-derbahrlichen Zufridenheit des Her-tzens das Prob-Jahr fortgesetzet/ bißer von einstimmigen Gutachten derConvents-Gensssen würdig / und taug-lich erkennt worden / die Gnad der Pro-feßion zü erlangen.
Ehe / und bevor sich der AeeligeFidelis mit dem Heil. Ordens-Ge-lübden verbunden / erinnerte er sichWohl dessen was sein Geliebter Hey-land jenem zü seiner Nachfolg sich be-reitfertig erzeigenden Jüngling anbe-fohlen : Damit er nemlich/ so er än-derst sein Jünger zu sein verlangte/zu-vor alles das Seinige verkauffe/ undden Armen ausspendete/ hat er ohneAnstand solchem Göttlichen Rath Folgzu leisten / eine Ver mächnuß seiner zeit-lichen Haab/ und Verlassenschafft auf-gerichtet/ und als ein wahrer Nach-folger der Aposteln/ nicht minder sei-nes Seraphischen Vatters Francisciden besten Theil seiner Gütteren eini-gen armen Jüngling auf Weiß einesdripenäi, und also vermachet/ daß dieso etwann zum Geistlichen Stand Lust/und Fähigkeit/ die Mittel aber darzunicht hätten / aus diser Stifttung ihreUnterhaltung erhebeten. Denen hater auch Zu ihrem Brauch eine lzimlichfeine Bibliothek hinterlassen/ und an-gewisen. Nun hat man/ nachdemder Seel. Fidelis gemarteret worden /allererst gefunden/ daß jedes Buchsei-ner Bibliothek an dem Titul-Blatt mitfolgenden von eigener Hand eingeschrie-benen Worten bezeichnet Ware: LÜc>
stäolis U8gus sä mortem, L äsbo nbicoronsm virse : Sey getreu bist in denTodt / so will ich dir geben die Lrondes Lebens. Weilen auch eben diserText mit allen Umständen der Grund-spruch wäre des jenigen / der ihne miteiner Geistlichen Sermon ehe die Ein-kleidung / zum Geistlichen Leben ange-frischt/ gibt eS Gelegenheit steiff dar-für zu halten/ daß der Heil. Geist mitdisem widerholten Orrculo jene Cronohnfehlbar voran deuthen habe wollen/welche Fidelis als ein Blut-Zeug Chri-sti eroberen wurde. Weilen aber er-nennkes Testament sehr geistreich / undeinen annehmliche» Geruch eifferigister
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