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470 Von dem Gottseeligen Fidele/
nuna beygefallen / und den von derRömischen Kirch gesetzten Articul desFcgfturs gar gern zugestanden. Wo-hin er auch immer das Wort GOttesvorzutragen befelchet worden/ hat erjederzeit / und alier Orten solchen Nu-tzen geschafft / daß durch ihne gleichsamUnzahlbare Menschen zur Lebens Bes-serung/ vike grosse Sünder/ beedenGeschlechts / zur ernstlichen Buß-Wür-ckung/ und nicht weniger Uncatholischezur wahren Kirchen beredet worden.Es ist aber kein Wunder gewesen/daßfeine Predigen solche Folgungen/ undArte Würckungen gestifftet. Seite-wahlen drser seel. Diener GOttes nie-Mahlen die Cantzel bestigen/ er habedann zuvor eine gantze Stund vor ei-nem Crucifix eyfrigist bettend sein Hertzerwärmet/ und in Erinnerung des bit-teren Leydens Christi seinen Leibscharpff gegeißlet. Nach der PredigWare an statt pflegender Ruhe/ seinerstes Geschafft sich vor dem Altar rü-der zu werffen / das HochwürdigisteGuth anzubellen / und mit ianmüthi-gen Seufftzen von der Göttlichen Ma-jestät fernere Gnaden-Hülff auszu-bringen. Die überige Zeit so wohlbey Tag/ als bey Nacht/ widmete ermeistentheils denen innerliche Betrach-tungen / und Gemüths - Erhebungen/also/ daß seine Predigen nichts anderswaren/ als Austruckungender jenigenSinnen/ undGedancken/ die er durchlanges Gespräch in seinem Hertzen mitGOlt ausgetragen.
Wie das Wohlverhalten der Under-gebenen in einem Geistlichen Orden dieBeförderung zu höheren Aembterennach sich ziehet; also haben die vortreff-liche Tugenden / deren Glantz / undRuft ihren Besitzer P. Fidelem allerEhren würdig vorgestellet / seine Obrig-keit verursachet ihme / unangesehen erkaum 6. Jahr in dem Orden erfüllet /daß ihme ein Convent anvertrauet wor-den/ von welcher Promotion sich avs-zuschraufen er zwar alles vorgewendet.Allein die Demuth wüste der Gehorsameweichen. Indem angetrettenen Huar-dianat beflisse er sich äusserist alle vonseinem Seraphischen Vamr in der Re-gn! vorgeschribene Stuck mit möglichsterGenauigkeit zu beobachten; auch seinenBrüderen zu Gefolg der gleichfalls re-gularischen Obligenheit zu dienen: Da-hero hat er in Beyschaffung ihrer Noth-wendigkeiten einen solchen Fleiß / undSorgfältigkeit angewendet/ als immerein recht-verliebte Mutter gegen ihrenlieben Äinderen zu thun vermöchte /und pflegte. Denen Krancken aufdieDienst zu warten / hat er sich als sein
eigenthümliches Ambt allein vorbehält -ten/ und ausgedingt; über dise dast hater so getreulich/ und vätterlich gewacbet/daß er ihnen im geringsten nichts abge-hen liesse: Er besuchte sie ohnfehlbahrallzeit zu Morgen / und Abends : Ersäuberte ihre Zimmerlein / er tragte auSihre Geschirr; er richtete zuihreBeth-lein; und underliesse niemahlen nebenleiblichen Dienst-Erweisungen sie nnt ei-nem Geistlichen Zuspruch zur gedultigerErwägung ihrer schmertzlichen Kranck-heiten/ und Gleichförmigkeit mit dembitteren Leyden IEsu Christi / und des-sen Göttlichen Willen aufrecht zu erhal-ten. Seine Brüder ermahnete er/ undwann es die Noth erforderte/ straffereer sie auch / aber auf eine solche Arth /daß man mit Händen greiften hat kön-nen / seine Bestraffungen haben nigendSanders her / als aus einem wohlmey-nenden Lieb-vollen Hertzen ihren Ur-sprung. Er ist in diser Eigenschafft de-nen Conventeren zu Freyburg in Ucht-land/ Reinfelden/ und endlich zu Feld-kirch mit höchstem Vergnügen seinerOberen/ und nicht wenigeren Eyfer derRegularischen Beobachtungen vorge-standen. Und wie bey denen Capuci-neren die Armuth zu ihrer genauen Hal-tung eine sonderheitliche Aufmercksam-kett / und Eyfer erforderet; also hataufdise der fromme Mann alles ErnstSgetrungen / und an seiner eigenen Per-sohn selbe erscheinen gemacht. Derschlechte / geflickte Habit/ der Abbruchin Opeiß/ rmd Tranck/ die Entschla-gung aller auch geringsten denen Brü-deren / sonderbahr den Oberen unsersbottenen Sachen / seynd dessen klareZeugen. Ja so gar jener Dingen / diesonst der unentbährlichen Nothdurfftgemäß schinen/ liesse er einen gesparsa-men Brauch zu. Wie oben angerüh-ret / so hatte er die strenge Gewöhn--heir / schier daß gantze Jahr hindurchzu fasten. Absonderlich aber genösse er indem Advent / und Fasten nie einige ge-kochte Speiß / seinen Appetit nur mitBrod / und einer kleinen Portion jenerFrüchten/ die er nach der Zeit habenkönnte / abfertigend. Zu abend hat ergar keine Erquickung zu sich genommen /ausser da er etwann deß anderen Tag-zu predigen hatte; in welchem Fall er einwenig Wein trancke. Dann / undwann wollten seine mitleydige Brüderihne bereden / solche Strengheiten umetwas zu mäßigen; denen er aber mitfreundllchem Angesicht in Antwort be-gegnet : vergleichen Verfahren mitdem Leib ist dem Gemüth ein mach--trge Bedeckung ferner Tugenden.In denen K lästeren/ die er zuversehenhatte/ wolre ernte solchen Vorrathge-
stat-