Capuclner/ und Märtyrer. 471
statten / der nur von weitem einem U-berfluß gleichete. So dannenhero ei-nige Gukthäter was mehrers sreywilli-gen Allmoftns tchickten/ hat er es unterVemürhiger Dancksagung eintweder zu-rück / oder mit deren Erlaubnuß ande-ren Armen Leuthen gegeben. So gardes jentgenOels worvon einiger Vor-rarh um so ehender sollte gcbrllichet wer-den / als er zur Erhaltung der vor demHochwürdigsten Sacrament deß Altarsbrennenden Ampel erforderet ist/wolleer mehrerzu bettle» nicht erlauben/alsvor crnen emtzigen Tag erklecklich. Miteinem Wort: Sein völliges Thun wä-re/ die Regttl/Und Lonüirurioncg nachdem Buchstaben zu halten; zu welcherHaltung er auch so durch seine Exem-pel/ so durch scme Ermahnungen / undBefelch all andere angestrenget.
Ob er gleich Guardian / und aberMit keiner anderenVerrichtung zu grös-serer Ehr GOttes beladen wäre / schä-rnete er sich dannoch nicht / die Kirchen /Und Kloster auszukehren / dem Gärt-ner in dem Garten zu heißen/dem Kochdas Hoch in die Kuchen zu tragen/unddie Schüssen zu waschen / ja kein Ge-schafft wäre ihm zu verächtlich / welcheser nicht / ftine liebe Bruder dessen zuentheben / mit freudigen Händen an-griffe. Dergleichen Übungen der De-muth/ und Liebe underzoge er sich auchgar willig/ denen Weltlichen zu gutem.Als dahero under währenden: seinemF^uardianal zu Feldkirch die allda / unddarum cinquartirte Oesterreichische Ar-mee mit einer gefährlichen Sucht gutenTheils angesteckt läge/ wäre diseöihmein erwünschte Gelegenheit seine Liebs-rind Diensts-Begird gegen den Näch-sten zu erfüllen: Massen gleichsam allemit der Sucht schonbehafftete Soldatenunder seine Obsorg gehöreten / denenzu dienen / laustet er ohnermüdet in dieSpithäler/ und Quartier; besuchte dieKrancken / verschaffete ihnen Lebens-Mittel / und thunliche Artzneyen / halte-te bey denen Bürgeren / undOsficirenbittllch an / ghncn mit nöthiger Erqui-ckung aus dem Krancken -Beth / undaufdieFüß zu helffen / ja er stehet selbstin Klafft eines unterthänigist aufge-setzten Memorials / oder Bitt - Schrei-bens bey dem Durchläuchtigisten Ertz-Hertzogen Leopolden von Oesterreichan/ er geruhere gnädigist seinen armenkrancken Soldaten einige Hülffs-Mit-tel anzuweisen. Und obwohlen sol-che Pi stilentzische Kranckheit den äus-sersten Stapffel der Gefährlichkeit er-reicht/ jhne doch nichts abhaltenkönnen/ dieApest'tte zu besuchen / ih-re Beichten anzuhören/ sie zu trösten/
und in ihren leisten Todts-Nöthen ih-nen beyzustehen. So hoch hat erseine Erbarmnuß gegen die Nothley-dende getriben/ daß er ihre faul-ey-terige Geschwür / und Wunden / wieauch andere ihre Unsauberkeiren gerei-urget / ihre abscheuliche Lumpen mithöchster Liebe gewaschen/ welche de-müthige Liebs-und Dienst-Erweisunggemacht/ daß allen Zuschauenden vorZackigkeit das Wasser in die Augen ge-schossen. Biß in die Gefangenschaff-ten/ und verschossene Kercker hat sichseine Lieb erstrecket: In Visen besuchteer gar oft die inhafftirte Ubelthäter/ siein ihren Ketten / und Banden trösten-de/ und mit angemessener geistlichenZusprüchen ermunterende/ dise etwannwohl verdiente zeitliche Straffen mitErgebung in den Göttlichen Willen /und in Ansehung der darauffolgendenewigen Freuden verdienstlich/ und wil-lig zu übertragen. Er Hat auch sech-sten vor sie Allmosen gesammlet / undzuweilen ihnen aus dem Kloster / nachZulaß unserer Armuth/ etwas zuge-schoben. Manchem/ der durch denGerichtlichen Ausfpruch allbereir eint-weders dem Henckers Schwerdt / oderdem Galgen zu einem Schlacht-Opffergewidmet wäre/ hat er das Leben/manchem die Freyheit ausgebetten.Wann aber die Grosse der begangenenMissethaten einige der Begnädigungunwürdig machete/ setzete er wenigistin disem sein Trost/ daß er sie biß zurUrtheils - Vollziehung hat begleiten /und zu einem glücklichen Eintritt derbevorstehenden Ewigkeit einleiten kön-nen.
Von eben diser aufrichtigen Liebeangetriben hat er auch Weiß/ und Weeggesucht / die Zerrüttungen der gegeneinander feindseeligen Gemütheren auf-zuheben. Gestalten er dann mehrdergleichen Händel mit solcher Klugheitbeygelegt/ daß ihme die allgemeineNachred zugewachsen: Daß er einrechter Engel des Lridens sepe. Ineiner Begebenheit/ hat er sonderbahrdise seine Tugend offenbahr gemacht :Zu mehr gedachtem Feldkirch hat sichzwischen dem Herren 6e Lrion 6eneralvon denen Reuteren/ und einem ande-ren vornehmen Officir derErtz-Herzoz-lichen Oesterreichrschen Armee eine sehrgefährliche Mißverständnuß erhoben /aus Anlaß/ weil etwann die Bezah-lung deren Soldaten ausden verrrvstet-und verlassenen Termin nicht erfolget;worüber die Soldaten sechsten sich schonaufrührisch zu erzeigen anstengen. DerGeneral mit 500. Mann begleitet/rucktauS in dem feindseeligen Vorhaben/
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