4/4 Von den Gottsceligen Fidele /
Wie er sich nun von der GöttlichenVorsichtigkeit zu einem so hohen Diensterkisen gesehen/ hat er eine etlich-tägi-ge einsame Gersts-Versammlung vorge-nommen / in derselben den AllmächtigenGQtt um seine zu disem weit aussehen-den Beschälst erforderliche Gnad; dieHeiligste Mutter GOttes um ihre Hilff/seine übrige H. H. Patronen um ihrenSchutz anzustehen. Er hat wohl vor-sehen können/ daß die vornehmste Rot-tenmerster der dasig - abergläubischenIrrthumen sich öffrers versnmmlen/ undihme Gelegenheit geben werden / mitihnen zu dlsputiren.Dahero er inner derZeit vor seiner Dahin-Reiß mit äusser-ster Anwendung sich auf das Studiumder Glaubens- Strrttigkeiten verlegt /damit er gleich die thunlichste Waffenan der Hand hatte/ welche ihm diene-ren / ihre Irrgläubige Einstreuungen /und Vorträg zuwiderniethen / und zu<nrkräfften- Also bewaffneter hat ersich auf die Reiß fertig gemacht; ehr /und bevor er von Feldkirch abgeschi-den/ hat er sich die Erlaubnuß vor demgesamt - und gesessenen Rath zu erschei-nen ausgebetten: In diser Verhör hater selbigen Rathsherren mit äusserstemNachtruck eine genauiste Administri-rung / und Handhabung der Gerechtig-keit/ eine sorgsame Beschützung derWit«wen/ undWaysen/ eine Christliche Liebegegen die Arme / und ein brennendenEyfer vor die katholische Religion ein-gebunden : So dann / sagte er ihnen /daß sie seiner hinführo nicht mehr wur-den ansichtig werden / weil er dahinverreisen müste / wohin die BeruffungGOttes ihne zu seiner grösseren Ehrbeschmdet hatte: Da (r sich von seinengeliebten Brüderen beurlaubet/ hat erihnen deutlich eröffnet / daß er nichtmehr zurück kommen werde/ angesehener in dem Pretigäu von denen Irrgläu-bigen aus Haß der Catholischen Glau-bens sein Leben einbüssen werde. Wieer dem Bruder Menrad von Rappen-schweyl die letste Hand gegeben / hat erdtsem die seinige aetruckt / und gespro-chen - Behüt euch GOtt/ mein lieberBruder! wir werden mmmchro in di-sem Leben einander nicht mehr sehen:Pündten wartet meiner. Est ist frey-lich gantz unlaugbahr/ daß GOtt sei-ner zur Müh / und Arbeit gewartet / da-mit er ihne daraus cröne. Daheroister gantz unerschrocken / und obschon zukälüster Winters-Zeit/ doch gantz brenn-eyferig Pündten zugeloffen. An demFest der H. H. z. König hat er von denhohen Geheimnussen dises Hochfreyer«liehen Tags seine erste Predig gehalten;seltenmahlen von langer Zeit hero selbi-ger Luchen von den Cantzlennichts mehr
von dem wahren Catholischen Glaubengemeldet worden. Ein grosse Menge derZuhörer wäre diser Catholischen Prediggegenwärtig. Die Gnad der Beredsam-keit / der Nachtruck deß ernsthafften Ey-fers/die gegründteTieffsinigkeit der Leh-ren / die Bündigkeit der Verträgen /und das Gewicht der vorgebrachtenaus dem Ansehen der H. Schlifft / undVätter gezogenen Sententzen hat allein die höchste Verwunderung / disen A-postolischen Redner aber in den allge-meinen Wahn eines neuen GesandtenGSttes gebracht. Gleich auf disePredig ist unter dem sich verwundern-den Volck ein Gemürmel entstanden /und hiesse es überlaut/ daß sie derglei-chen Sachen von keinem anderen je-mahls gehört hätten ; also zwar/ daßin kurtzer Zeit auch die benachbarteL>rth von dem Rufs dises gewaltigenPredigers angefüllt/ und angezogenworden. Unsere Glaubens «Gegnerfiengen an Zweiffel in ihrer Lehr zu bes'kommen/ unduvider ihre Prädicantenvor Toben zu grißgramen. WaSaber in allen die Andacht erweckte / unddisen getreuen Diener des wahrenEvangelij bey männiglichen in ein sol-che Hochschätzung beförderte / wäre seinheiliger Lebens-Wandel. Dann bsydurchtringender Winters - Kälte ist ermit blossen Füssen daher gegangen/ansgethan mit einem gantz abgeschobenenHabit/ der ihme zu nicht anders dien-te / als nur seinen Leib nach Ehrbar-keit zu bedecken; umgürtet mit einemgroben Strick/ vor Hunger/ und Mat-tigkeit aller ausgemergelt/ vor Frosthalb erstarret/ und unter ein sol-ches Volck geschickt/ welches ihm gantzfrembd/ zumahlen auch mehrentheilSverfeindet wäre. In solchen engenUmständen entfernet von allem Gesuchdes eigen Nutzes setzte er sein eintzigesVertrauen auf die Göttliche Vorsich-tigkeit / kein anderes Absehen haben-de/ als nur dem Himmel fein vil See-len zu gewinnen. Der beglückte Fort-gang seiner Bemühungen muthet ihnean / M Winckel derselben Lhälerendurchzustreichen / und nicht aüein inden bevölckerten Dörfferen/ sondernauch in waserley einschichtigen Baureu-Hüttlein einzukehren/wann er schon dieallerrauheste mit Schnee bedeckteBergrGipffel zu besteigen hatte/ die sonstengegen dem sehr kalten durchschneiden-den Nordwind / wo nicht unmöglich /doch beschwerlich zu übersetzen waren.Er versaumete keine auch geringste Ge-legenheit / denen Seelen beyzusprün-gen/ keine Unzeit/ noch andere IahrS-Unkommlichkert hat semen angestamm-ten Eyfer/ aufjedes Ansprechen/ oder
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