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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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48o Von den Gottseeligen Fidele /

sichereren Orth zu verbleiben. AlleinVisen bescheidet der unerschrockene mitfolgend? Worten : Ich habe meinLe»den schon in die Hand meines HEr»ren IEsi» Christi /^ und seiner Aller»heiligsten Mutter übergeben. Ichförchte den Todt nicht; aber wohlsorge lch / vor dises heilige Orth /damit es nicht etwann entehret/ undentheiliget werde. Dises geredt /, ister hinausgegangen/ den ordinari Grüschzuführenden Weeg ankettende. Kaumaber hat er etliche Schritt in der Kir-chen nächst anligenden Garten gethan;da kamen schon daher gelösten 20. mitSchwerdteren / Helleparten / undSternkolben / vilmehr aber mit Wuth /und Raach bewaffneter Männer/über-fallen ihn mit vilen Schmach-Worten;scheiteten ihne ein Gleißner / einenSchwartz - Künstler / einen Verführerdes Volcks/ einen Zerstöhrer ihrer Re-ligion / stossen ihne mit Füssen/ schla-gen ihne mit Fäusten/mit trotzigen Be-deuten ; Er solle also gleich auf derStelle den Römischen Glauben gegendem ihrigen abtauschen / in Waige-rungs Fall wärechm der Todt so vil alsgeschlossen. Es umstunden dise ver-ruchte Gesellen dassanfftmüthige Läm-tein/alle Augenblick es anzufallen/ undes in Stucken zu zerhauen / wann er sichnicht durch einen Abfall von der seini-gen/ und Beyfall zu der ihrigen Kir-chen Calvinifch erklären wurde. Eraber von dem Himmel gestärckt sagt zuihnen: Aein/ meine liebe Bruder !nicht bin ich zu euch komen/ eueren fal-schen / und dem wahren Catholischen/alleinseellgmachenden gan«z zuwidri»gen Glauben anzunehmen; aber wohlbin ich kommen / Visen euren falschenGlauben von eueren Hertzen auszu»reurhen; euch nnk den Strahlen derH. Schrifft zu erleuchten/ und in denwahren Schaaff-Stall Christi einzu»^hren. Inzwischen hat einer derselbenrebellischen Mörderen mit einem gewal-tigen Schwerd Streich ihme die ferne-re Red underbrochen / und also aufihnzugetroffen / daß erihmdasHaubtent-zwey spalten wolle. Weil aber ihmeder Hieb nicht recht angegangen/ ersetzteer mit nochmahl erhebten Schwerd sei-nen Fehler mit grösserem Gewalt / underöffnete ihm die Hirnschaal mit einersehr grossen Wunden. Ein anderer zer-quetschet? ihm die Rippen mit einemgrausammen Streich: Und weil der ge-treue Diener Christi sich aufden Füssennicht mehr erhalten könnte / sincket erauf seine Knye / erhebt seine Augen /und Händ gen Himmel / und rufst diefisseste Nahmen IEfus / und Maria an.Da hat man gehört / wie er GOtt so

inniglich? gebetten / daß er seinen Geistim Friden aufnehmen / und seinen Ver-folger verzechen wolle.

Von disem grausammen Schauspihlwaren sie im geringsten nichts bewegt /sondern sie haben ihren Wuth nur nochverdoppelt/ mit Helleparten seine Rip-pen durchstochen / mir Sternkolben seinHaubt zerquetschet / mit Spiessen / undDegen auf allen Gellenden Leib durch-bohret / und hat daß aller Orthen he-rauSrinnende Blut sie nur mehr aufge-hetzet / ihme dessen Überrest noch vol-lends auszuzäpssen. Seinen Haupthaben sie 2z. feiner Brust aber zo. Wun-den zugebracht. Die Nippen auf derrechten Seiten haben sie ihme mit einemBrigel gantz zerschmetteret; aufder lin-cken Seiten aber den Schenckel biß aufdas Bein durchstochen. Dise unmensch-liche Metzgerey aber ist dem verliebtenFideli zu erwüschten Gleichförmigkeitmit Christo verträglich gewesen: Dannwie in disem / also in jenem: ^ xlsmapeäis ulgue 36 verricem: Von der Fuß-sohlen an brß auf die Hauptschairelwäre nichts anders zusehen als Wun-den über Wunden. Alsdann habendise Blutdürstige Rebellen den starck-müthigen Soldaten Christi in seinemBlut ligend verlassen/ glaubende/ erwerde von so vilen Streichen/ undWunden allbereit schon todt seyn. A-ber GOtt / der ihne in seinem Leydenso standhafftig gesehen / hat ihme auchnoch auf eine Weil / und so lang da-Leben gefristet/ biß nach etwann gestill-tem Getümmel Dwrgaritha Ganserinvon Sevis/ein gut Catholisches Weibdorthin kommen / wo der GebenedeyteLeib gelegen/ willens ihme die letsteEhr anzuthun. Allda hat sie den Die-ner Christi auf der Erben ligend / mitgen Himmel eröffneten Augen noch ath-mend angetroffen; der aber in ihrer Ge-genwarth seinen glückfeeligsten Geist un-ser dem leisten Athem-Zug aufgegeben.Dise erbärmliche Niderlag war den Un-menschen ein Anlaß zu triumphiren.Sie schleppenden todten Leichnam vondem Orth deß Schlacht-Vancks hin-weg / sie stossen ihne mit Füssen / daeiner/ dort einer/ sie pocheten mit vol-len Maul: Sehet da den jenigen/derkury zuvor alle wollte zu Papistenmachen! Sehet hier den Feind Olvi-ni, und TwinAlü ! Sehet! sehet denjcnigen/ der unserer Religion den let-sten Truck anzubrmge sich »überwun-den / sehet ihn da under unseren Füs-sen.

Es verdienet alle Verwunderung ,was die Lodschläger sechsten dißsalß gül-tige,