4«r Von dem Gottseeligen Fidele/
cisci Xaverij Stiffter / und Indianer-Apostel der Preyß-würdigen Gesell-schafft IEsu begriffen. Und nehmetwahr! in wahrender seiner Lobspreche-rey ist er gählingmit einer solchen Todts-Angst überfallen/und dermaßen krafft-loß worden / daß ihme das fernere Re-den völlig eingestellt wäre: Wie er wi-dcrum zu sich selbsten kommen hat erden Traum seiner Ehren-Predig fort-geführt: Nach vollend«! welcher erbe-theuret / daß ihm seiner Lebtag ein sol-che grausame Peyn nsttnahlen zugestan-den : Dann es seye ihm nicht änderstgewesen / als ob ihm sein gantzer Leibüber / und über verwundet / Und dasHaupt mit den allerspitzigsten Dörnerendurchstochen wurde. Männiglich sahewohl / daß ihme ein ungewöhnlicher An-fall zugestoßen / aber niemand wolltedessen Ursprung errathen. Da aberbald hernach der Ruffder Marter seinesBruderen erschallen / Und daß in ebender Stund / da der Apollinüris aufdemPredig-Stuhl zu Costantz gestanden/Fidelis zu Sevis von den Händen derMörderen aufgcmetzget worden / hatman unschwehr schließen können / es ha-be der Allmächtige GOttdises verhän-gen wollen/damit/ wie er durch die na-türliche Geburrhan dem Geblüt Fide-lis Theil genommen / er auch an dessenLeyden/ und übergroßen VerdienstenTheil nehme«; welches gleichwohl eineextra-Gnad wäre/ deren sich aber diserGeistreiche P. Apollinarts durch seinesonderbahre Frommkeit/ und Eyferfürdie Catholische Kirchen schon verdientgemacher»
In der Stund seines Sig-prangen-den Einzugs in den Himmel hat er sicheinem frommen in dem Gebett vertieff-ten Capuciner seinem'Freund / mit ei-nem strahlenden Angesicht vorgestellet.
Gleichen Gunst hat er erwisen demBruder Menrad von Rappenschweyleinem Layen-Bruder auch Capuciner /da diser auf gebogenen Knyen GOttinnmüthigist angeflehet / daß er doch dieStadt / und ihr Kloster zu Feldkirchvon dem wüthigen Überfall der rebelli-schen Calvinisten allergnädigst versi-chern wolle; hat jemand an seiner Zel-len - Thür angeklopffet; wie er nach Or-dens - Gebrauch sag« : OLO 6rarig8.ficht er den Seel. Diener Christi in sehrannehmlichen / und glantzenden Ange-sicht hineingehen / der, jhne mit VisenWorten getröstet: Horchte die nichtMeinrade! dann GDTT wird dieStadt Feldkirch/ und die Capucinervon allen widrigen Anlaufs beschü-tzen ; die Rebellen aber nicht unge-
strafft lassen. Wie der Erfolg gez-l-get. So hat auch der HochwürdigePrcelat in der Mehrerau bey VregentzPlacidus / mit einem Brich eydlich ab-geleget / daß der seel. Fidelis 'an demTag seiner Glorwürdigen Himmelfahrtsich ihme in einem Auszug von unzu-kommlichen Glantz / und Herrlichkeithabe sehen lassen / welche Erscheinungihme ein lebenlängliches/ und unaus-sprechliches Geists - Vergnügen verur-sacht hätte.
Nicht weniger hat auch MariaSchädlerin die Gnad gehabt / seiner miteiner grossen Schaar jener Seelen/dieer in den Himel beförderet / bekleideteransichtig zu werden/ mit diser frommenPersohn hat er gantz deutlich gesprosst/und sie Augenblicklich von selbigen höl-lischen Gefvensteren / d,e ihro lange /und «schrockliche Plagen angethan /gäntzlich befreyet. Hiervon genug aufnehmenden Anlaß ein mehrers.
Nach überstanden« Marter hatderselbige HErr/ und GOtt/ der auchdie mindeste Härlein seiner ausserwähl-ten besorget / die Verfügung gethan /daß der obschon Calvinische / gleichwohlgegen dem Diener Christi allzeit ehren-bietige Meßner zu Sevis an einem ab-gesonderten Orth ein Grab aufgeworf-fen/ Und den entgeisterten Leichnams»ehrlich / als er immer möchte / beerdi-get ; ein Creutz nach Christlichem Ge-brauch aus das Grab steckende. Wiezu Gefolgt der Vorsag deß seel. Mär-tyrers der Himmel die schwache-förch-rigeWolcken aller Feindlichkeiten widestum ausgehest«« / haben sich die P. P.Capuciner in demMonath Oktober des,selbigen Jahrs zu seinem Grab verfü-get/ in Willens feine ehrwürdige Ge-bein / und Heiligthum« zu erheben /und nach« Feldkirch zu übertragen.Da sie alldorlen eingetroffen / hat einetwas mehr dann natürliches Wunderdieselbe ausser sich selbst gerissen : In-dem ein überaus hertzigeBlum/ soausd« Mitte deß Grabes Herfür gewach-sen/ und just auf dem Herhen deß be-grabenen Leichnams eingewurtzlet wä-re/ aller Augen erschinen. Dise Vlumgleiche« ander Weisse/und an dem un-gefähr einer Ellen hohen Stengel einerLilien ; aber an der schönen Blätter-Ordnung/ und übrigen Blumen-Zier-de übertraffe sie dieselbe: Der mitKnöpff wie ein Rohr untersetzte / undFing« dicke Stengel prangere mit derlebhajftigisten Grüne/ die Blätter aberschienen / als ob sie mit frischem Blutangespritzt wären. So vil nur dise inAugenschein genommen / und« denen
auch