Capucincr/ und Märtyrer. 48;
auch ein Layen - Bruder/ der vor dirsem ein erfahrner Apothecker zu May-land wäre/ haben alle bezeuget/ daßsie dergleichen Blumen-Arth niemahlgesehen. Ist dannenhero gar leichtzu ermessen/ daß GOtt durch dise auß-erordentliche Blum uns zu wissen ma-chen wolle; daß gleichwie sein getreuerDiener in. dem Seraphischen-Para-deyß-Garten sich allzeit Lilien-mäßigaufgeführet; also auch anjetzo in dasHimmlische Paradeyß als em blühendeLilien versetzet seye: Auch sich auf th-ue jener an denen Festragen eines Mär-tyrers Kirchen - bräuchige LobspruchIuüus Aerminsvir, ücur lilium, öe llo-rebir in Xlsrnum gnre üominum:Zum voraus geschickt habe.
Disem Wunder ist gleich ein an-ders aufdem Fuß gefolger: ES habensich die Capuciner natürlicher Weißnichts anders einbilden können / als einvöllige Verwesung des allda schon vor6. Monath begrabenen Leichnams ih-res seel. Mit- Bruders : Anerwogendas Orth der Begräbnuß ein offenerder Unstimmigkeit der Witterung aus-gesetzter Platz wäre. Jedoch habensie Visen an einigen Fleisch - Theilen nochgantz frisch / und in solchem Stand ge-sunden/ als ob er nicht längsten vor-hero in das Grab wäre eingesenckt wor-den ; ein über alle Massen lieblich ausdisem Todten - Cvrper endprüngendec
Geruch hat das ohnfehlbahre WunderWerck noch mehr beurkundet; worüberdann alle in Erstaunung; aber auch ineine nicht geringe Verwirrung gerathk/indem sie keine andere Geschirr/ denvölligen Schatz Zu erheben/ als einigeSyorthen/ die abgelößte blosse Ge-deutet kümmerlich einzupacken/ bey sichhatten. Dahcro sie ausser des vondem Leib allerdings abgelößte Haupts /und der lincken auch allerdings von demArmb abgesonderten Hand sie weiternichts mit sich zu führen vermöcht. Ha-ben derowegen das Grab / und alleswider in Ordnung gerichtet/ und denRuckweeg nacher Feldkirch genommen.
Nachdem derVischoffzu Chur sol-ches wunderlichen V-rlausss verstän-diget worden/ hat er Verordnung ge-than / das Haupt / und übrige von de-nen Heiligthümeren solle gleichwohl de-nen Lapucineren eigen verbleiben; a-der der übrige Leib solle seiner Lhum-Kirchen als ein Erb / und Zierde Heim-fallen. Solcher Verordnung hat manunser seirsdas Haubt neigen/ undzu-friden seyn müssen. Bald darauf istder Leib m eure Todten-Küsten ein-geschlossen/ auf einen gezierdten Wa-
k. k. klarer > Die H. Schwel«.
gen geladen/ und nacher Chur über-führt worden. Mit disem mustt manunter Weegs zu Mayenfeld einstellen/der Begierd/ und Andacht des Volcks/sonderbahr des Herrn Generalen GrassLudwig von Sultz / dene sehr verlang-te in dlsen H. Reliquien die H. Seelseines lieben Freunds zu verehren / einGenügen zu thun. Die Ankunfftsokostbahren Schatzes hat unter den Bür-geren ein allgemeine Freud/ und Fro-lockung erweckt ; welches aber garbald unterbrochen/ und in eben so gros-se Traurigkeit/ Heulen/ undWeynenist verstummet worden. Ein entsetz-liche Feuersbrunst/ so bey eitler Nachterstanden / har schier die gantze Stadteingeäscherer: Die immer weiter / undweiter/ vonHauß/ zu Hauß kriechen-' de Feursflammxn erreichten auch dasHauß des Herrn Generalen/ in wel-chem der H. Leib in Verwahrung stun-de ; kaum hat der Herr Grass wahr-genommen/ daß seine Wohnung disemunbändigen Element ein Brand Opf-fer werde abgeben/ hat er weder Mü-he noch Mittet / noch Anschtäg unter-lassen fein Quartier von dem Abbrandzu erretten s wie er aber nichts ver-fänglich gesehen / und allbereits dahingeschähet/ hat er doch in das jenigeGewölb eingetrungen / wo der gebene-deyte Leib eingeschlossen war/ solchenvor den Feurstammen zu versicheren :Aber die alle Gebein der Heiligen be-sorgende Vorsichugkeit G Ortes / istder Sorgfalt des Herrn Grasten vor-gekommen ; Massen er zu seiner unbe-schreiblichen Verwunderung gesehen /daß die Flammen schon das Zimmer /wo diser H. Schatz derselbigen warte-te/ angeflacket/ und die Mauren zwarangegriffen ; aber nur / als wollten siedemselben im Fürübergehen einen Kußgeben/ ohne die mindrste andere Be-schädigung einiges Dings/ weil die di-sem Heiligthum gehörige Ehrer bietungeinen Marckstein gesetzt/ den dieselbigenicht überschreiten sollten. Difes hatin dem Gemüth des Herrn Generalendie Verehrung zu disem Heiligen ver-größeret/ und das Vertrauen gegebenvon dem Allmächtigen GOtt noch einanderes Wunderwerck zu erwarten :Besticht das Ehrwürdige / hinterlegteGuth in Mitte des Lagers zu über-tragen/ und in seiner eigenen Zeltenzu verschildtwachen. Und sehet dallein neues Wunder! Nach der gantz ein-geäscherten Stadt war es schon an de-ine / daß das angelegene Schloß auchdaran müstre; ja zwey von Holtz ge-machte kevellinr) auch der grosse Thurnan der Mauren schon in der Flammenstunde/ also daß die Soldaten schon
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