Capuciner/ und Märtyrer. 48-
ckung einer Zauberey seyn. P. Apol-kinaris Capuciner/ und Prediger alldasucht dise Jungfrau heim / und nacheinem kurtzen Gebett berühret er ihroden Schlund/ und Füß mit einem Bein-lein des Fingers von dem seel. Märty-rer Fidelis seines leiblichen Bruderssie ermahnende / den seeligen Fidelemdurch ein vertrauliches Gebett um sei-ne Hülff anzurüsten. Nicht so baldist sie disem nachgekommen / sitze / dahat sie sich noch selben Abend / ohneeines anderen Hülff auf ihre Füß auf-gerichtet/ ist aus einem in das ande-re Zimmer gelösten/ und den drittenLag vollständig hergestellt erschienen.
Anna Engederin von Breaentzführte unter beständigen Seufftzen/Ach-tzen/und völliger Beraubung ihrerSinnen ein solches Leben/ welches ei-nem würcklichen Sterben nit ungleiche-re. Das öfftere zugestoßene Zitterenan Ha'nd / und Füssen ; der aus demgantzen Leib Herfür brechende Schweiß /und Ohnmachten setzten sie gleichsam indie äusserste Todtes-Nöthen. Hie-raus ist erfolget ein gäntzlrche Verru-ckunqdesKopffs/ und solche Gemüths-Kranckheit/ daß ihr alle Gemein undGesellschastt§; auch so gar ihrer Nächst-Anverwandten zuwider waren. Siehatte nirgends einige Ruhe; und durch«inen gewaltthängen Todt sich des ih-ro verdrüßllchen Lebens zu entsetzen
war ihr einiges Verlangen.. Zu demEnde laufft sie jetzt in der großen Win-ters - Kälte in die Wälder hinaus; baldwollte sie ihrem Mann zummhen/ siemit' einem Degen durch zustechen jetzthat sie ein geraume Zeit sich aller leib-lichen Nahrung abgethan/ und durchven Hunger dem Todt in die Armb zulausten;ein anders mahl mit einemStrick am Hals das Leben zu enden :und alles dises aus der verkehrten Ein-bildung ein solcher gewalrchätiger Todtwurde ihr zur Marter - Cron in demHimmel vorträglich seyn. Dise ge-fährliche Unsinnigkeit tribe sie in die9. Monath / und seynd alle ersinnlicheArtzten/ und Artzneyen an ihr erlegen/indessen bekommt ihr Mann / GallusSpäth von dem Hochwürdigen HerrnPrälaten in der Mehrerau bey Bre-gentz ein kleines Fiecklein von dem Ha-bit unsers seeligen Märtyrers. Mitdisem Heylthum kommt er zu seinemWeib/ henckt chr dastelbigeunter einemlebendigen Glauben an den Hals/ unddas war genug dise arme Trvpffin ineinem Augenblick mit der vollkomme-nen Gesundheit zu beglücken. Ge-stalten dann dise ihre übernatürlicheHerstellung denen eintzigen vor Gort
habenden Verdiensten des seeligen Mär-tyrers zugeschriben. Weiß nicht /nach 6. Monath verliehrt Anna disHeylthum / und gedruckt nun: Diegählinge Widerkunfft des vorigen elen-den Werfens / und der Verlorst desHeylthums wäre alles ems. IhrMann laufft halt widerum dem HerrnPrälaten zu/ bittet um ein anders der-gleichen Flecklein / und erhaltet es.Dises aus obige Weiß dem Weib an-gewendet thut auch die obige Wür-ckung/ und sorgfältiger/ als das ver-lohrene bewahret/ bewahrete es auchforthin lebenlänglich das Weib vondergleichen Anstoß. Gertrud« Kehl-hoferin auch von Bregentz erlitte 9.gantzer Jahr solche Gewaltthätigkeitoer Schmertzen/ daß sie alle Augen-blick besorgen müste/ ihr Hertz wurdeihr verspringen. Die Schärpsse desÜbels nöthigte sie immerdar zu heulen/zu schwitzen/ zu zitteren/ und wie eineimmerdar in Zügen ligende zu leben.Nach vergeblich versuchten allerhandMedicinen hat ihr Mann ein wmtzkgesFlecklein auch von dem Habit des see-ligen Märtyrers von mehr - und hoch-gedachten Herrn Prälaten klsciäo er-worben ; welches dem krancken Weiban den Hals gchenckt/ auf rnständig-verträulicheS Anrüsten des seeligen Fi-delis/ solchen Einfluß gehabt/ daß siean der Stelle eine Besserung ; nach /und nach die Fähigkeit denen Hauß-Geschäfften vorzustehen / und endlichgar die völligeGefunbheit erhalten.Mit-lerweil wird sie durch ein andere Kranck-heit Beth - ltgerig / und so weit aufdieLebens-Neige hinaus gttriben/ daßsie mit Empfangung der H. H. Sa-kramenten/ als Beicht/ Communion/und leisten Oelung sich vor die Abreistin die Ewigkeit fertig gemacht. Beyallem deme wollte sie durchaus wedereinen anderen Artzten weder ein ande-re Artzney annehmen / als allein denseeligen Fidelem/ und obiges Heyl-thum / welches sie mit Erneuerung ih-rer Andacht / und Zuversicht widerumangewendet/ und sich in Krafft dessengleichsam aus dem Grab zu frischemLeben erschwungen hat.
Franciscus Herr von Rorschachistdurch übermäßige z. Wochen lang an-haltende Haupt - Schmertzen aller sinn-loß/ und dermaßen verwirret worden/daß er seine eigene Haußgenosscn nichtmehr gekenner / und aus Aberwitz die ,ungereimtiste Possen geredet hat. Insolchem Jammer-vollen Stand wüstesein Frau weder aus / noch an. Alssie aber von der Ehrwürdigen FrauMutter/ oder Vorsteherin des Klo-sters