488 Von dem Gottseeligen Fidele/
dem Gnaden-stressenden Grab deß gros-sen Heiligen Caroli Boromäi geführtworden/ wo aber auch die ^zehen-tägi-ge Beschwörungen / und andere vorge-kehrte Geistliche Mittel / so vil als nichtsverfängig waren. Endlichen auf An-hörung der so nahmhafften / und bestän-digen durch die Vorbitt deß seeligenMärtyrers Fidelis von GOtt gesche-hender Wunder-Zeichen ist der Schlußgemacht worden / sie nacher Feldkirchzu führen/ in dem festen Vertrauenall-da mit der erwünschten Befreyung be-gnadet zu werden. Zu disem Ende hatdie weltliche -Obrigkeit zu Appenzel! /wo sich die verunglückte Persohn auf-hielte / zwey starcke Männer gedingt /sie bahrn zu begleiten. Der hartnäcki-ge Widerstand der bösen Geisteren /durch dene dise solche Reiß verhinderenhaben wollen / hat deutlich genug erhel-len gemacht / daß der seelige Fidelis vonGOtt dem HErrn ausgesehen gewest/inKrafft seiner Verdiensten jenen aus lh-. rer Herberg auszubeithen. Es brauch-te alles / biß man das arme Mägdleinauf das Pferdt bringen / und daraufanbinden hat können. Wie sie nun zuAltenftatt einem ein halbe Stund vonFeldkrrch gelegenen Qrth / angelangt /hat das Pferdt also gelobet / gewüthet/geschnauffet / gestampffet / und ausge-schlagen / daß die Gelaits-Männerver-zweiffleten / ihre Reiß um die leiste hal-be Stund gar machen zu können; wegenden harten Bewegungen der besessenenPersohn waren sie bemüßiget/ selbe vondem Pferdt herab zu nehmen / und zuFuß vollends hinein zu schleppen / wosie dann mit grossem Gewalt indieCa-puciner-Kirchen gezwungen / und anjenes Orth gestellet worden / an wel-chem das Haupt des seeligen Märtyrersverehret wurde. Dises hat den hölli-schen Einsäßen den Gewalt schon umsovil gchemmet / daß Catharina ohnver-hinderet eine Beicht hat ablegen kön-nen. Alsdann haben sie GOtt / undden seeligen Fidelem alles Eyfer umHülff / und Erledigung angeruffen /woraufdie böse Geister gantzruhig/je-doch überlauth sich zu beschwüren gehörtworden: Der Märtyrer peynige sie überalle Massen/ dises machte grosse Hoff-nung einer gewissen Befreyung; dahe-ro die andächtige ihr eyferiges Gebett /und Anrußungen fortgesetzet. Deß an-deren Tags hat man wahrgenommen /daß ohne eintzige Teuffels-Beschwö-rung oder Anwendung eines Heyl-thum/ sondern alleinig aus Krafft deßGebetts eine sehr lange höltzernePfeif-fen durch einen heimlichen Leibs-TheilHerfür / und den ^ten Tag hernach durcheben Visen Weeg ein verrosteter Nagel
einer Spannen lang von ihr heraus ge-fallen; wornach sich das Mägdlein al-ler teufflischer Zauberey / und höllischerGeister entbunden / und vor allzeit /so lang es gelebet / befreyet worden /und ohne einige Fußstapffen der Anmer-ckung deß vorigen Übels verbltben.
In einem Dorfs/ ^lbs pmo, oderWeißthannen genannt / ist gählingenFeur ausgebrochen / welches von demhäfftigen Wind vermehret / dem gantzenDorfs den völligen Untergang antrohe-te; angesehen die arme Bauren-Hüt-ten alle von purem Holtz zusammen ge-fügt waren. Die Funcken von demWind hin-und her gewehrt/ haben schonin zo. Häusseren die Brunst erweckt.Der Herr Orths - Pfarrer / IacobusNeyer/ ist disem Jammer vollen Wer-fen auch zugeloffen; und wie ihne daßjammeren/ und schreyen seines geäng-jtigten Volcks zu hertzlichen Mitleydcnbewegt also wirfst er in bey sich haben-des Flecklein von dem Habit deß seeli-gen Märtyrers Fidelis in das Feuer :Gehet darauf in die Kirchen / nihmtdas Hochwürdigist Sakrament ehren-bietigist heraus; und stellet sich damit inBegleitung des Volcks der Brunst insAngesicht/ schreyet miterhebter Stimm/und bittet also; O HErr JEsü Chri-ste! wann dein Diener Fidelis Heiligist/ und deiner Gegenwart ange-nehm / so komme uns in vifer äusser-sten Aoth zuHrrlss; lösche das Fennaus / und errette uns von einem sol-chen Undergang. Ein wunderlicheSach/ aufdises kaum ausgesprochöe An-flehen hat sich der Wind / der das Dorfsgantz umringet / und dem Feur zu Hülffwäre / augenblicklich umgeschlagen; dasFeur auf der andern Seiten aus denHäusseren getriben / und die Flammenmit sich hmweg gezogen / also / und der-gestalten/ daß ausser deß eintzigen vondem Feur zu allererst angegriffen - undeingeäscherten Hausses / kein eintzigesder andern in den Brand gerathen.
ptiilippins ein Tochter JohannisSchultheiß eines Geschlechters zu Co-stantz wäre an Händ / und Füssen ge-lähmet/ und also entkräfftet/ daß sieden Leib nur auf dem Boden herumschleppen müste. Über das / so hatein hälftiger Husten/ beständiger He-scher/ und andere bald unerträglicheSchmertzen sich/ und anderen unnutz-lich/ und verdrüßlich gemacht/ weildie von ihrem Vatter vil; und köstli-che angewendte Mittel unterfchidlicherArtzney- Verständiger von keinem An-schlag waren/ ist man in den Verdachtgerathen/ solches Übel müsse ein Wür-
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