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Capuciner/ und Märtyrer.
ten. Ihr Herr gerithe in eine heu-tige Forcht einer darzu schlagenden Fäu-le/ und erfolgender unumgänglicherNothwendigkeit/ ihro den Armb garabnehmen zu lassen. Er spareke nichts/was die erfahrneste Achten/ undBarsbierer zu Erhaltung seiner Frauen ge-deylich zu seyn angaben; aber alles oh-ne Frucht. Weil dann die allzeitsich häuffe'nde Schmertzen ihro unley-dentich zu werden begunten / begibt siesich in die Kirchen der Capucineren /versammlet allda alle ihre Kräfften /den seeligen Märtyrer Fidelem um sei»ne mächtige Vorbitt anzukommen. Vi-sen dahin zu vermögen vetglübdet siesich zu dessen Ehrenein solche/ und sol-che Andacht zn verrichten. Indessenist mit dem Haupt des seeligen Mär-tyrers auf ihr Anhalten das schmertz-haffte Orth berührt/ und sie hierdurchaller Lcydenschafft entübriget / derArmb aber so bekräfftiget worden/daßsie sich dessen in allen Hauß-Geschäl-ten hat bedienen können.
Barbara Walserm von Bregentzhat wegen eines unglücklichen Falls /dene ihr Sohn von einem hohen Orthherab gethan / solchen Schrecken einge-nommen / daß sie hierdurch gantz Un-sinnig / und zu einer lauteren Närrin^worden. Keine aller angewendterChmen/ und Mittlen wäre genugsam/sie wider zu recht zu bringen; in solchenverzweifsteten Umständen nchmt /, ihrMann das Vertrauen zu dem Himel /em Scücklein von dem Habit des seel.Frdelis/ so er ihro an den Hals ge-henckt/ bringt sie in einen liessen Schlaff/und nach dffem zu völligen Sinnen /und gäntzlicher Gesundheit.
Johannes Haug von Feldkirch istdurch ein Unglück zwischen die Rädereines lauffenden Wagens gefallen / a-ber die gleich anqeruffene Hülff desseel. Fidelis hat ihne ohne die minde-ste Verletzung aufstehen gemacht.
Niclaus Hammerer Cantzley-Ver-rvalker zu Costantz wäre von dem ley-digen Schmertzhafften Podagra aufei-ne solche langwürrge Arlh gemarteret/daß es ihme bereits so wohl an derGedult/ als an Kräfften cs^zu gedul-ten gebrechen wollte. In solchem hals-starrigen Übel hat er nach einem Heyl-lhum des seel. Frdelis geseufftzet. Wieer nun mit desselben Mantel berührtworden / haben ihne die Schmertzenverlassen.
Eben dessen Tochter Clara wärean dem einten Aug blind/ aber vonk. k. lVlursr, vie H. Schwcitz.
dem P. Apollinari mit einem Fingerseines seel. leiblichen Bruders Fide-lis berührt/ alsobald sehend.
In diser Erzehlung verdienet aucheinen Rang jenes / so sich in denen auSApostolischem Gewalt gemachten Pro-ceßen befindet. Nach der Glorwür,digen Marter des-grossen DienersChristi P. Fidelis haben die rebelli-sche Reformirten aus Anhetzung derPrädicanten ihre Waffen noch nichteingestecket; sondern mit Visen unterden Catholischen manche Niderlag ver-übet/ auch deren Dörffer / und Schlös-ser ihnen zinßbar gemachet. Weildann dise vermessene Unternehmungendie Gräntzen nicht nur der Rechten /sondern auch der Erträglichkeit über-stiegen/ hat der DurchläuchtigsteErtz-Hertzog Leopold von Oesterreich ein fri-sches- und starckes Kriegs-Heer aufdie Bein gebracht/ und dem HerrenGeneralen/ Grasten von Sultz/ un-tergeben. Es hat zwar diser solchesaufgetragene Oommanclo übernomen;jedoch wollte er gegen die Feind nichtausrücken/ biß er 2. Capuciner/ P.Alexium von Speyr / und P. Piumvon Cattel - Miro) in Eyfer/ und Lie-be ausgemachte Männer bey sich hät-te. Dise haben dann die CatholischeArmee in allen Geistlichen Nothwen-dig - und Anligrnheiten ihre hülffreicheHänd gebotten; auch ehe eines be-schlossenen Angriffs der Rebellen dieWaffen/ Fahnen/ und die Soldatensechsten bencäicieret. Nach weicherVerrichtung P. Alexius sie also ange-hertzet : Seyd nur brav/ undhery-hastk / ihr Soldaten Christi : DreUrsirch warum ihr streitet / ist gantzGöttlich : ^»weifflec nur im gering»sten nicht an einem Stegreichen Aus-schlag : Dann ich bin versicheret /daß der Glorwürdige Märtyrer Fi-dclis schon in Bcreitschaffr stehe /euch mit seiner starckcn Hülssgegen-wärtig zu seyn. Wordurch die Sol-daten aller Löwen-wüthig worden.Gegen Abend hat der Herr Generalallen Regimenteren bedeutet / sichMarschfertig zu halten / um über denEngaddmer - Paß zu setzen / ohnerachtdie Ausführung djses Entschlusses von.der äussersten Gefährlichkeit wäre.Dann neben dem/ daß diser Paß sehrbergig/ wäre er auch mit genügsamerMannschafft besetzet/ welche von obenher ohne das wohl bedecket/ und auchumwerckct denen Catholischen den Über-sah um so leichter strittig zu machen imStand wäre / als sie mir Hülff desgantz ausgeheitcrten besternten Him-mels alle Bewegungcnder Oestcrrcichi-
Qaa- fchen