Capuciner/ und Märtyrer.
457
Lisem wohl-tMynenden Rath gefolget /empfindet fie in sich einige Bewegungendeß Kinds/weiches sich biß dahin gantztvdt aufgeführet; als wann dises gleich-sam vor Freuden aufhupffend/ und derMutter ein baldig glückliche Entbün-dungcherkünden wolle; welche dann auchkurtz hernach zu männiglichen Frohlo-cken erfolget.
Von eben dergleichen Ergebenheitkan auch Rosina Ardecherin zuGambö/zwey Stund von Feldkirch sprechen.Life neben unsäglichen Ä'mds-Schmer-tzen harte auch ihre gewisse Anzeigun-gen einer abgestandenen Leibs-Frucht.Von beeden Visen schwären Anligenbe-fteyet zu werden thäte sie nur eins: SieVerlobte sich auf eine gewisse Arth gegendemseeligen Märtyrer. Und gedencket/unter währender ihrer Anruffung ver-spühret fie schon Hülff von oben herab /welche dem todten Kind das Leben; ih-ro aber die Leichtigkeit hergebracht / das-selbe glücklich zu gebühren ; so sie zurDanckbahrkeit / und ewiger Gedächt-unß Fidelis hat Lauffen lassen:
8umms ! Gleichwie der seeligeMannselbsten durch einen sonderlichen Bey-stand deß Himmels von seiner Gefahr-und Vchmertzen-leydenden Mutter Ge-novefa hat müssen gebohren werden /also hat er auch von GOtt sonderbah-re Krafft bekommen / denen Geburts-Gefahren abzuhelffen: welches mit Bey-spihlen dem taufend nach könnte beur-kundet werden. An deren Stelle solleines genug seyn/in welchem Anna vonGeiß aus dem Dorff Gäsis mit ihrenUnkosten die vornehmste Persohnenvertretren. Dann sie unter der Preßgewaltthätiger Schmertzen seufftzend /ehender zu sterben / als zugebährenver-meynte. Die so vil als gewisse Muth-maßung mithabender todten Leibs-Frucht wäre ein Zusatz ihres höchstenLeyds. Jndeme auch keine Hoffnungwenigist die-Mutter lebend zu erhalten/ist ihr Bruder / Johannes mit Nah-men / auf den Gedancken gerathen :Von denen Capucineren die Strick-Güte! deß seeligen P. Fidelis auszu-betten / und die sterbende darmit um-zugürten. Es geschicht / und mit so er-wünschten Erfolg / daß nach einer leich-ten Geburt sie gleichsam selbst vomTodt zum Leben gebohren worden.Der auf dem Hertzen lrgende Stein derBerrübnuß wollte nicht zulassen sichvollkommentlich zu erfreuen: Ein todtesKind/ an welchem auf hesstiges er-schüttlen kein Leben har können erkun-diget werden / machte die Mutter un-tröstlich. Doch hat sie aus eigenem
Trib den seeligen Fidelem nochmahlenangeruffen / ein grosse Sach ! über einWeyl nach kurtzem Gebett hat sie einlebendiges/ frisches Kind vor ihr lig<m/welches holdseelig lächlend die Händleingegen ihr ausgestreckt/ deroselben gleich,sam die Thränen von den Augen abzu-wischen / mit denen sie es als todt be-weynet. Stimmeten dahero alle ge-genwärtige ein innigliches GOtt Loban / und preiseten die Göttliche Barm-hertzigkeit / die sich fort / und fort in demseeligen Martyrkr offenbahr machte.
Nun wollen wir diser Erzehlung denBeschluß geben/unter schuldigen Bey-satz alles möglichen Lobs / und danck-bahrlicher Erkandtnuß gegen der Aller-höchst / und unendlichen Majestät GOt-teö / um das höchst dieselbe sich gnädi-gist gefallen lasten bey Visen leisten Zei-ten seiner Heil. Carholtschen Kirchen /und sonderheitlich unserem mindistenOrden einen solchen Helden zu erthei-len / dessen ausbündige Tugenden unSals ein mächtiger Antrib auch in jeneFußstapffen / welche er also unerschro-cken vorgetrucket/ hertzhafft einzutret-ten vermögen sollen. Mit / an stattdeß letsten Sigills/ Visen Zeilen beyge-geheffteten blttlichen Ansuchen/daßderGlorreiche / und an Wunderthaten sofruchtbahre Blut Zeug Christi dersel-ben ferner Ausgiessung/ welche ihm derAllmächtige GOtt in solchem Uberstußertheilet/zu allzeit grösserer Erhöhungder H. Römischen Catholischen Äir,chen / Erbauung der Wahrglaubigen /Erspriessung der Catholischen Fürsten/vornehmlichst aber zur Versicherungder von allen Oesterreichs Gesinntenvor die Glory deß Kayserlichen Throns/Unterstützung der gehorsamst getreui-sten Unterthanen / und Beschützung derwahren Kirchen so heiß erseufftzeten /als höchst nothwendiger Ertz Hertzogli-cher 8uccellion j fortsetzen wolle.
Ja dises/ O unüberwindlicher Blut-Zeug Christi / solle vermahlen dein ei-gentliches Geschafft seyn ! dises wider-holle ich / solle dein bey dem Throndeß allerhöchsten angelegenliches Wer-ben seyn / um dardurch deß Kayserli-chen/ Königlichen Ertz-Hauses allereyftrigistes Mitwürcken / und bey dem Rö-mischen Stuhl mächtigstes anlangenerkanntlich zu belohnen; als dcme dudie diser deiner Seligsprechung / unddie von allen sowohl höchsten Welt-Regenten / als sammentlichen Land /und Leuthen auf Erden zugewartend-und erhebende öffentliche Verehrung /und Glory zuzuschreiben hast: Nehmlichvon dem Himmel auszuwürckeu / daß
zur