4-6 Von dem Gottseeligen Fidele/
Anruffung allerdings vorgekommen ;indeme die gequälte gleich ohne andererZuthun / und sonderes Schmertzen einlebendiges Mäadlein gebohren/so gleich-wohl an demselven Armb gantz schwartz/faul / und todt wäre. Die gute Mut-ter mit neuen Glauben angefrischet /setzet durch ihr Gebett noch einmahl anden seeligen Fidelem/ ihn auflehnende/er möchte doch ihrer Leibs - Frucht dievöllige Gesundheit verschaffen / nachde-me er selbe aus dem Rache deßTodes ge-rissen : In welchem Fall verlobet sie miteinem silbernen Armb seine Heylthumerzu beehren. Worauf dann der gantzverdorrte Armb völlig gesund/und demanderen durchaus gleich worden.
Ein so schmertzhaffte Geburt hateben sehr schlimme Fußstapffenr Nehm-lichen allerhand befthwärliche Zufall /und innerliche Schmertzen in dem An-geweyd nach sich gelassen/ wie sie solcheschon 6. Lag lang achtzende geklagt.Was wollte sie aber änderst thun / alsden seeligen Fidelem mit der dritten an-dächtigen Ungestümmigkeit überfallen?Vene sie dann auch mit nochmahligenBitten / und Betten Zu ihrem Vortheil/und also gewunnen / daß sie noch andemselbigen Tag gantz Schmertzen frey/und bekräfftct von Beth aufgestanden /als ob ihr niemahls nicht gefehlt hätte;denen Hauß Geschäfften nachgelösten /und hiermit alle in die Verwunderunggebracht; welche ihr dem grossen G0tt /und dem wohlthätigen Märtyrer Fide-li die versprochene Danck-und Gelübd-opffer abzustatten beygeholffen haben»
Ein anderes Weib von Feldkirch /Susanna Embserin rühmet auch an /und erhebt mit Lob-Sprüchen die All-macht GOttes / so sich bey ihr durchein schembahres aus Vorbitt Unseresseeligen Märtyrers Fidelis würckendesMiracul sehen lassen. Es haben diedurchtringende / und schon 4. Lag / und,Itacht würckende-Geburts-Wehe ih-vp die Seel bereits aufdaß äusseristedekkippen hinaus gekribk-Weil dan die Me-dici die Leibs - Bürde allen Anzeigun-gen nach abgestanden geglaubt/ habensie wenigst die Mutter lebendig zu er-halten allen Fleiß vorgekehret. Indes-sen wüsten einige beystehende andächti-ge Persohnen von der schon sehr vilenvotträgllch gewesenen Vorbitt deß see-ligen Fidells Wunder zu erzehlen;mit-hin der Nothleydenden auch einen Lustzu machen etwas dergleichen zu erfah-ren. Bemüheten sich entzwischen unterder Hand das Lrinck Geschirrtem / undhänffene Strick-Gürtel deß seeligen Fi-delis zubekommen; sprechen der Äran-
cken eine zuversichtliche Andacht / undVertrauen gegen dem seeligen Märty-rer ein; Umgürten sie mit derselben ge-weichten Gürtel/ geben ihr aus demGeschirrlein etliche Tropssen Wasser zutrincken / welche Verrichtungen so kräff-tige waren / daß sie gleich / und ohn-schwär ihrer Leibs Frucht entladen wur-de. Allein die Freud wäre nicht gantz/sondern wohl durch den Anblick einesgebohrnen stinckenden Todten-CörperSin der Gebährerin/ Und deren Befreun-den mit höchstem Leyd verderbt. Wi-derholten dannenhero ihr Vertrauen /und Anrüsten gegen Gott/ daß gleich-wie auf Vorbitt deß seeligen Fidelis eegegen der Mutter sich so gnädig erzei-get/also.sich auch in Ansehung der Ver-diensten dises seines so getreuen Blut-Zeugens deß armen Kinds erbarmen /und ihm das Leben ertheilen wolle.Worauf gleich die Begierden ihre Er-füllung/ und das Kind die Wunder-thätige Lebens-'Gnad erreichet. Wiedann dises die Augen eröffnet vor derZeit herum geschauet / und mehr ande-re Zeichen eines völligen Lebens vonsich gegeben. Die hieraus entstandeneFreud nöthigte die Elteren / und Be-freunden ihre obligende Erkanntlichkeitgegen ihren Wunderthätigen Nochhelf-fer mit tausend Lob - Ehr - und Danck-Sprüchen auszudrucken.
Em anders Weib von Altenstattnächst Feldkirch hatte gar wenig Zeitmehr vor der Geburt / und erlitte un-terschidliche sehr grosse Schmertzen: lies-se ihr auch nicht nehmen / als sie sehemit einer todten Frucht tragend. Wiesolches ihr Nachbäurin / Matthäi Lin-sen Ehefrau vermerktet / und selbstenein todtes Kind bey diser armen Tröpf-finvermuthet/ laustet sie ohne Anstandnacher Feldkirch zu der Anna Frickin /und bittet ihro innständig das Lreutz /s dises wäre ein Sonnen-Uhr/ derensich der seelige Märtyrer Fidelis in sei-nen Mißionen gebraucht) vor ein ge-wisse Anligenhrit auf eine Weyl zu leh-nen. Mit disem Heylthum kommt siezu ihk'er Noth/ und Gefahr-leydendenNachbäurin/ bezeugte deroihr hertzli-ches Mitleyden / sonderbahr auch da-'rum/ weil sie in Gefahr stunde / mitVerdopplung ihrer Leydenschafft einestodten Kinds mißtröstliche Mutter znwerden. Bey allem dem rathet dise gu-te Freundin dannoch der Krankten dasHertz nicht gar sincken zu lassen / son-dern dasselbe gegen dem Wunder - mö-genden seel. Fideli aufzurichten / dasCreutz auf ihr Brust zulegk / und derweilden Diener Gottes um seine hülffreicheHand flehentlich auzuruM.Kaum hat sie
di-