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Ehren-Rede auf das Hohe Einsegnungs-Fest, dess hochwürdigsten dess Heiligen Römischen Reichs Fürsten, und Herrn, Herrn Beda Abten des Fürstlichen Stifts St. Gallen, und St. Johann im Thurthal, Ritters des Königlichen Ordens der Verkündigung Mariö, etc. etc : vorgetragen am Fest der trostreichen Geburt Mariä, den 8.ten Herbstmonat, 1767 / von dem hochwürdigen Herrn P. Anselm Müller, Capitularn des Hochfürstlichen Gottshauses Einsidlen
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Eingang.

^ kan cmen Redner mehr in Verwirrung brin-

A KD ^ gen, als wenn er zu einer Zeit zwo Materien abhandle»^ ^ soll, deren Unterschied so groß ist, daß sie vast ohnmög-

lich sich vereinbahren, und in eineeinzige Rede zusammenbringen lassen. Und eben dieß ist, was mir anheut wie-* derfahrt. Zween ganz unterschiedene Gegenstände stellensich mir anheut dar, deren jeder eine Abhandlung von mir fordert, nämlichdie Geburt Mariä der seligsten Jungfrau, und die feyerliche Einsegnung

des Hochwürdigstcn des Heil. Rom. Reichs Fürsten und Herrn ,Herrn BEDA, des hiesigen Hochsirrstlichcn Schis neucrwähltc»würdigsten Abteil lind Vorstehers. Keinen von diesen Gegenständenkan ich anheut mit Stillschweigen übergehen, ohne meiner Pflicht zuwiederzu handlen. Oder soll ich meine heutige Rede allein auf die FürstlicheEinsegnung einschräncken, ohne von der Geburt Mariä etwas zu mel-de» ? Auf diese Weise würde ich ja nicht nur die Ehrerbietigkeit, die ichdieser seligsten Jungfrau schuldig bin, gröblich verletzen, sondern auchdie Gemüther aller Marianischen Pflegender, die anheut das Lob diesergöttlichen Mutter von mir zu hören erwarten, durch mein Stillschweigenärgeren. Wenn ich aber meine gegenwärtige Rede dem Lobe Mariäwiedme, kan ich wohl dabey von der Fürstlichen Einsegnung zu hand-ln unterlassen ? Keineswegs. Dieß würde schnurstracks der Ab-sicht derjenigen entgegen seyn, auf deren hohen Befehl ich -diese Redehabe übernehmen müssen. So muß ich denn nothwendig anheilt meineRede also einrichten, daß darinn weder der Geburt Mariä, weder derWestlichen Einsegnung vergessen werde. Wie sehr sind aber diese zwoSachen von einander unterscheiden? und wie schwer wird es mir fallen,dieselben miteinander zu verknüpfen, und in eine einzige Rede einzu-schließen ? -

Doch qetröst, Hochansehnliche, Hochwertheste Zuhörer! So großauch der Unterschied ist, der sich zwischen der Geburb Mariä, und derheutigen Fürstlichen Einsegnung sich befindet, so mtdecke ichchoch mbeyden etwas gemeinschaftliches , welches nur Hoffnung macht, beydemiteinander zu vereinbahren, und also eurer Erwartung entsprächenzu können. Denn ich mache hierüber folgende Betrachtung. Gleich-wie die Geburt Mariä nichts anders gewesen ist, als der erste öffentli-che Auftritt, wordurch Maria daß erste mal der Welt öffentlich ist vor-gestellt worden in jenem Leben, welches sie schon neun Monate vorherin dern Schoosse ihrer Mutter angefangen hatte; eben so ist die .heuti-ge Fürstliche Einsegnung nichts anders, als der erste öffentliche Auftritt,wordurch BEDA daß erste mal der Welt öffentlich poraestettr wird mjener Würde, mit der Er schon einige Monate vorher iss bekleydetno'den. Jener Segen , den die Eltern Mariä ihrem neugcbohrnen ^ey-

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