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Ehren-Rede auf das Hohe Einsegnungs-Fest, dess hochwürdigsten dess Heiligen Römischen Reichs Fürsten, und Herrn, Herrn Beda Abten des Fürstlichen Stifts St. Gallen, und St. Johann im Thurthal, Ritters des Königlichen Ordens der Verkündigung Mariö, etc. etc : vorgetragen am Fest der trostreichen Geburt Mariä, den 8.ten Herbstmonat, 1767 / von dem hochwürdigen Herrn P. Anselm Müller, Capitularn des Hochfürstlichen Gottshauses Einsidlen
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terlein in seiner Geburt ertheileten, kam gleichsam zu spatl); indem Ma-ria schon in dem Mutterleibe von GOtt selbsten der: vollkomensten Se-gen empfangen hatte. Eben also dünkt es mich sey GOtt der HErrauch der heutigen Fürstlichen Einsegnung schon langst vorgekommen ;indem BWA schon lang vorher von GOtt selbsten mit dem vollkom-mensten Segen ist erfüllt worden. Maria war schon vor ihrer Geburtvon GOtt gesegnet mit der Würde einer göttlichen Mutter, worzu sieschon von Ewigkeit her bestimmt war; sie war gesegnet mit allen ihrerMütterlichen Würde zuständigen Eigenschaften ; sie war gesegnet mitden trostreichern Einflüssen ihrer Mütterlichen Würde gegen alle ihregetreue Diener und Pflegkinder. Und ich finde, daß auch BEDAschon lang vor seiner heutigen Einsegnung von GOtt selbsten sey geseg-net worden mit der Würde eines liebenswürdigsten Vaters ; gesegnetmit allen seiner väterlichen Würde zuständigen Eigenschaften ; gesegnetmit den trostreichesten Einflüssen seiner väterlichen Würde gegen alle sei-ne getreue Untergebene.

Diese Betrachtung leitet mich auf einen Gedanken, der der Inn-halt meiner heutigen Rede seyn wird; und ich getraue mir meinen Hoch-ansehnlichen Zuhörern zu zeigen, daß die heutige Fürstliche Einsegnungin Ansehung des Segens mit der Geburt Mariä die gröste Aehnlichkeithabe. Um diese Aehnlichkeit desto besser ins Licht zu setzen, will ich micheben desselben Mittels bedienen, welches bey den Mathematickern ge-bräuchlich ist. Diese, wenn sie beweisen wollen, das zwo Sachen ein-ander gleich seyen, pflegen dieselben mit einer dritten Sache zu verglei-chen. Eben also will ich anheut auch meinen Beweiß einrichten ; Ichwill beyde, MARIA und BEDA, einer dritten Sache, nämlich derBraut in den hohen Liedern , entgegen halten; und was die HeiligeSchrift von dieser Braut sagt: Sie trette hervor wie die aufsteigendeMorgenröthe, schön wie der Mond, und ansserwählt wie die Sonne;eben dieß will ich zeigen , daß es auch mit aller Wahrheit sowohl von- Maria in ihrer Geburt, als auch von BEDA in seiner heutigen Ein-segnung könne gesagt werden. Vernehmet hievon die Etntheilung ,Hochansehnliche.

Erstens: Ebenso, wie Maria in ihrer Geburt, tritt BE-DA anheut hervor trostreich wie die Morgenröthe;weil beyde von GOtt gesegnet sind mit der trostrei-chesten Würde.

Zweytens: Ebenso, wie Maria in iher Geburt, tritt BE-DA anheut hervor schön wie der Mond; weil beydevon GOtt gesegnet sind mit allen ihrer hohen Wür-de zuständigen Eigenschaften.

Drittens: Ebenso, wie Maria in ihrer Geburt, tritt BE-DA anheut hervor außerwählt wie die Sonne; weilbeyde von GOtt gesegnet sind mit den heilsamstenEinflüssen ihrer hohen Würde gegen alle ihre getreueDiener und Untergebene.

Wenn ich diese drey Stücke mit mehrerem werde dargethan haben , sozweifle ich nicht, meine Hochansehnliche Zuhörer werden selbst gestehenmüssen, bas zwischen der Geburt Mariä, und der heutigen FürstlichenEinsegnung nicht zwar ein vollkommene Gleichheit, jedoch eine grojtzAehnlichkeit sich befinde. Ich schreite demnach zun Proben , in Hoff-nung,