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Ehren-Rede auf das Hohe Einsegnungs-Fest, dess hochwürdigsten dess Heiligen Römischen Reichs Fürsten, und Herrn, Herrn Beda Abten des Fürstlichen Stifts St. Gallen, und St. Johann im Thurthal, Ritters des Königlichen Ordens der Verkündigung Mariö, etc. etc : vorgetragen am Fest der trostreichen Geburt Mariä, den 8.ten Herbstmonat, 1767 / von dem hochwürdigen Herrn P. Anselm Müller, Capitularn des Hochfürstlichen Gottshauses Einsidlen
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rmng, fle werden mir ihre geneigte Aufmerksamkeit weiter aölinen, undmache also von meiner Abhandlung den Anfang in den süssesten NamenJEsus, und seiner werthesten Mütter Maria.

I.

Erster Rheil.

Eben so, me Maria in ihrer Geburt, tritt BE DA anbeut her-vor trostreich wie die Morgenröthe; weil Er eben so, wie Maria,gesegnet ist mit der trostreichesten Würde.

^Je Morgenröthe hat diese Eigenschaft, das sie die Traurigkeit derNacht vertreibt, und den Menschen mit der Versicherung des her-annahenden Tages tröstet. Eine gleiche Bewandtnuß hatte es mitMaria in ihrer Geburt; sie trat hervor auf die Welt trostreich wie dieMorgenröthe. pl-ogl-eülcur quall conlul-Zcns. Es ist jedermann be- Nack derkannt, in was für betrübten Umstanden daß ganze menschliche Ge- Zelt Rech-schlecht sich befunden, nachdem, wegen dem unglückseligen Fall Adams, uungdie Sonne der Gerechtigkeit dem Menschen seine Gnadenstrahlen entzo- ingen. Neun und dreissig Jahrhunderte waren schon allbereits verflossen,da die ganze Welt in der tiefesten Nacht der Traurigkeit versenkt, un- porum.aufhörlich nach dem verheißenen Heiland , nach jenem göttlichen Licht /.«c.«.geseufzet hatte, welches den Tag der Versönung des Sünders mit dem 7-.erzörnten GOtt wiederbringen, und den Sünder aus den Finsternissenund Schatten des Todes wieder herauß ziehen solte. Diesen ganzenZeitraum hindurch mußte der hülflose Mensch immer in seiner Betrübnißschmachten, ohne zu wissen, wann sein Elend wurde ein Ende nehmen;biß endlich Maria zur Welt gcbohren ward. Da, da war es, da dasmenschliche Geschlecht von seiner langwierigen Traurigkeit sich wiedererholen, und in Ansehung, das die Mutter des Erlösers schon wirklichvorhanden wäre, mit der zuversichtlichen Hoffnung sich trösten konnte ,daß auch der Erlöser selbst nicht mehr lang ausbleiben würde.

Ich stelle mir vor , wie damals die Heil. Engel schaarenweiß dieWiegen dieses zarten Kinds werden umgeben, und einer dem andren ,gleich dem getreuen Knechte des Abrahams , mit Frolocken werde zuge-rufen haben: Sich! diese jsts: lpla cli .Vlulier, qusm prLpSl-zvic Oomi-VU 8 kllio vommi mci; diese jsts , die der HErr der Heerschaaren seinemeingebohrnen Sohne zu einer Mutter vorbereitet hat; gesegnete Geburtdie so vielen Trost dem Menschen bringt! So höret dann, ihr Sterbli-chen einmal auf zu klagen! (also dünkt es mich, seyen diese Himmli-sche Geister in ihren Reden fortgefahren ) so höret dann einmal auf zuklagen , ihr Sterblichen; euer Elend hat ein Ende; trucknet ab von eu-ren Wangen die Zäher, die bißhero Tag und Nacht gleichsam euer ^

Brod waren, da ihr unaufhörlich nach der Ankunft eures Erlösers seuf- " ^zetet; euer Erlöser ist nicht mehr fern; seine Ankunfft ist mit der GeburtMariä dergestalten verknüpfet, daß er nicht mehr lange ausbleiben kan; ..

das in dem Schooß deß Altbetagten verborgene Geheimniß wird bald 7 -offenbar werden, und die Erde wird bald den Heiland, als ihre eigene ^ ^Frucht hervorbringet:. Die Geburt dieses Jungfräuleins ist hievondas sicherste Unterpfand ; nachdem Maria anheut, gleich der frohenMorgenröthe, ihren Glanz über euren Horizont erhoben hat, so dür-fet ihr nicht mehr zweiflen, daß nicht auch bald die Sonne der Gerech- ,tigkeit die Völle ihrer Gnadenstrahlen über euch ausbreiten w^de. Al-so , dünkt es mich, haben die Engel bey Anlaß der Geburt Manä dieMenschen getröstet.

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