XVI
Hok/afeidrucke.
Armenbibel, worunter 4 lateinische. Daraus ergeben sich folgende unterscheidendeMerkmale des St. Galler Exemplars: Auf Blatt b des ersten Alphabets im Mittelbildesind die Hörner des Ochsen schwarz; auf Blatt f (erstes Alph.) hat das Idol im Mittel-bilde kein Knöpfchen an der Spitze des Huts; auf Bl. g steht in dem Verse unter demSeitenbilde links xpos und nicht xpus; auf Bl. t ist im Text der obern rechten Eckeunter der letzten (12ten) Zeile das Wort «et» nachgetragen, weil es in Zeile 8 ausge-lassen war. Im zweiten Alphabet sind unter den Bibeltexten der obern Ecken vonBl. b, c und d keinerlei Scheidelinien zu bemerken. In Bl. p. endlich, Mittelbild, hatder unter den Juden sitzende Moses auf seiner Mütze einen kleinen Aufsatz, ähnlichzwei Hörnchen oder Flämmchen oder Quasten. Das St. Galler Exemplar muss somitdieselbe Ausgabe sein wie Münchner Xylographum N. 28, nur dass letzteres unvoll-ständig ist, weil ihm 3 Blätter, das erste und a und v im zweiten Alphabet, mangeln(Serap. II. p. 280—81). Von den in Falkenstein’s Gesell, d. Buchdr.K. zu Seite 28gegebenen zwei Facsimile’s, stimmt dasjenige von Bl. v (der «Ersten Ausg.») nur in derZeichnung, aber weder in Schnitt noch Schriftform (wenigstens der Majuskeln) mit demSt. Galler Exemplar überein, wogegen das zweite (Bl. .e., also 25ste Tafel der «ErstenAusg.» aus dem Dresdner Exemplar), soweit man nach der Wiedergabe eines einzigenBlattes urtheilen kann, mit demselben identisch sein muss. Im Uebrigen ist das Werkschon so oft beschrieben und facsimilirt, dass ein Mehreres hier überflüssig wäre. DerEinband der St. Gail. Armenbibel ist ein neuerer Halbfranzband aus dem Anfang desgegenwärtigen Jhs.; durch den Schnitt ist von S.25—28 die untere Randlinie bis nahe andie Schrift mit weggenommen; die innern Ränder sind durch aufgeklebte Papierfalzetheilweise verdeckt und die vordersten und hintersten Blätter haben durch Feuchtigkeiteinigermassen gelitten; jedoch überall ohne Nachtheil für Zeichnung und Schrift; dasExemplar ist daher ohne wesentliche Mängel.
2. Sibyllen
Fol. 1 Ueberschrift: Sibillapersica. XXX.annorum cuius mencionem facit inchanor(lies: Nicanor ) videtur \ vaticinari de futurosaluatore gencium sub nubilo ut infra\. Da-runter das Bild der bejahrten Sibylle miteiner Laterne in derlland und einer Schlangezu den Füssen. Unterschrift: Huius pro-phetia hec est Ecce bestia, conculcaberis, et |gignetur dns etc. etc. (3 Zeilen).
Fol. 3: Abbildung der jugendlichen Si-bylla Libyca mit einer Fackel und demSchriftzcddel: Sibylla libica etc. OhneUeberschr.; mit der Unterschr.: Ecce venietdeus etc. etc. (5 Zeilen).
Fol. 5 (sign. C); Sibilla Erichen (lies:
Weissagung.
Fol. 2 (signirt A) Doppelbild; obere Ab-theilung: Kaiser Augustus und die Sibylle,beide liegend vor der in Wolken erschei-nenden Maria mit dem Kinde; letztere mitdem Spruchband: ante<]uam abraham. Ftiitego sum Joh. VIIß (Evang. Joh. 8, 58.)-Untere Abth. links König David mit demSpruch: Non intellexerunt. Jn tenebris am-bulant ps. LXXXI. (Psalm 82 v. 5); rechtsJohannes mit dem Spruch: Lux in tenebrislucet Joh. primo (Ev. Joh. I. 5.).
Fol. 4 (sign. B) obere Abth.: Marke Ver-klärung; untere links: Jesaias mit einemSpruch aus Jes. 60; rechts Johannes miteinem Spruch aus „Joh. primo “.
Fol. 6 obere Abth.: Mariae Verkündigung;