und einstweilen sich nach den Höhen umsieht, nach denen siebald sich emporschwinge» will."*) Diese EutwickclungSstundenmüssen aber der Individualität und dem kindl. Treiben undStreben möglichst angepaßt sein.
II. Jede durch den Spielmeister sGärtnerj her-vorgerufene Bewegung und Thätigkeit des Kindesist durch einen bestimmten Reim zu besingen.
Selbss wenn die Reime alle recht gut wären, müßte ichaus Liebe zur Kindheit gegen dieses Princip auftreten. Esist unrecht, daß man, sobald man die Kinder unter den Hän-den hat, jedes Thun des Kindes berechnet, damit ja dieThätigkeit keinen Sprung mache. So wenig darf man demKinde nicht zutrauen. Man darf es nicht beständig als einenKranken betrachten, der ja niemals ohne Arznei und Arztsein dürfe. Daher schreibe man den Kindern nicht alle Thä-tigkeiten vor und lasse sie recht oft nach eigenem Willen,unter wohlbemessener Aufsicht, sich bewegen und vergnügen,— lasse sie einzeln und gemeinschaftlich laufen und hüpfen,zuweilen im Takt, dabei bald mit dem rechten, bald mit demlinken Fuße herzhafter auftreten, bald rechts, bald links wen-den rc.; daher lasse nicht nur bauen und Reime lernen. Daszu ofte Bauen und namentlich mit künstl. Kästchen ist schäd-lich und unnütz. Daher befehle man den Kindern nicht, nurso zu denken swcnn überhaupt Reime Nachschwatzen denkenheißtf, wie man es in Pedant. Weise haben will, wie vonden Gärtnern resp. Gärtnerinnen vorgebucht wird. „DerErwachsene vergreift sich", sagt Soldan a. a. O. S. 336,„wenn er die ersten natürlichen Anstrengungen des menschl.Seins zu seiner Entfaltung nach festen Regeln und Begriffs-bestimmungen seines ausgebildeten Geistes abmarken und kon-sequent durchführen will."
So verwerflich das beständige Hervorrufen und Berechnender Thätigkeiten ist; ebenso tadelnSwerth ist das Nurbesingenin mitunter höchst holperigen, kalten Reimen, bei denen dasHerz durchaus leer abgeht, obgleich oft hoher Sinn in den-selben liegt. Die Reime anlangend, verweise ich auf's „Sonn-tagsblatt"— auf die „100 Liebchen zu ebenso vielen Lebens-formen" — auf die „100 Ballspiele"; — sowie auch auf's„Mutterbuch" und auf obige Schrift von Middendorff. Inder letzten und mithin neuesten Schrift müssen wohl die bestenReime sein. Deßhalb will ich daraus einige hier hersetzen.
*) Sold an: Ueber den Einfluß der Schule auf das Leben des
Volks. Darmstadt, Leske, 1845. S. 317.