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Bericht über den Ersten Verbandstag der Hilfsschulen Deutschlands zu Hannover am 12. und 13. April 1898 / hrsg. vom Ortsausschuss
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Hygiene; insonderheit will ich die Spraehgebreehen liervorheben,deren Heilung gleichfalls auf sorgfältigem Studium der Ursachensieh zu vollziehen hat. .Dann lasse ich die Erziehungs- und Unter-richtsmethode an meinem Auge vorüberziehen, ferner den Unter-richtsstoff und die einzelnen Unterrichtsfächer. Sind wir da etwamit allem fertig? Ich habe mich redlich bemüht, mir die nötigeSachkenntnis anzueignen; aber ich muss gestehen, ich bin nur zuder Erkenntnis vorgedrungen, dass das meiste noch dahinten, liegt.Wenn wir uns nun Zusammenschlüssen zu einem Bunde und dannjeder sein Bestes auf dem gemeinsamen Altäre opfert, und wennwir dann bei Männern, welche in den erwähnten Spezialwissen-schaften zu Hause sind, anklopfen und bitten: Belehrt uns überdiesen oder jenen Punkt! (lebt uns den Schlüssel zu diesem oderjenem Geheimnis! Sollte das nicht segenbringend sein?

Von der Gediegenheit der Hilfsschullehrer hängt die Ge-diegenheit der Hilfsschule ah. Mehr wie in andern Schulen wirdder Erfolg bedingt durch die Persönlichkeit, die da wirkt.

So, meine ich, soll der Verband dazu dienen, uns auszurüstenfür unser« Beruf. Wir wollen aber nicht nur nehmen, sondernwir w-ollen auch geben. Sollten wir im Laufe der Zeit nicht im-stande sein, der Psychologie und der Psychiatrie Dienste zu leisten?

Sollten wir nicht der allgemeinen Pädagogik hier und da neueWege erschliessen, indem wir eine besondere Hilfsschulpädagogikausbilden?

Ein junger Lehrer, der ein Vierteljahr in einer Hilfsschuleaushilfsweise unterrichtet hatte, sagte mir:Ich habe in derkurzen Zeit viel gelernt. Ein anderer Lehrer gestand nach zwei-jähriger Arbeit in einer Hilfsschule:Wenn ich jetzt wiederElementarlehrer in einer Volksschule würde, so würde ich dortganz anders unterrichten wie früher.

Meine Damen und Herren! Macht doch auch (1er Arzt seineStudien an dem kranken Hübe! Bereichert sich (loch auch dieärztliche Wissenschaft an dem kranken Menschen! Ja, die Krank-heiten belehren uns, wie der gesunde Leib behandelt werden muss.

In demselben Masse wird auch die Pädagogik, die mit geistiggesunden Kindern rechnet, sich das zunutze machen, was wir beider Erziehung geistig schwacher und geistig kranker Kinder er-nrheiten. So will ich verstanden sein, wenn ich von der Bereiche-rung der pädagogischen Wissenschaft, der Psychologie und derPsychiatrie gesprochen habe.