1
36
Franz Kemeny,
plus complete du paysan« die entsprechende Gröfse sogar 28 hl.liefert. Ohne auf die eigentlichen landwirtschaftlichen Fach-schulen einzugehen, die aufserhalb unseres Rahmens liegen,möchte ich auf jene gerechte und zum Teil bereits erfüllte Forde-rung hinweisen, welche die Regierung zur Errichtung zahlreicherlandwirtschaftlicher Kurse an höheren Volksschulenaneifert, wodurch nicht allein den lokalen Verhältnissen Rech-nung getragen wird, sondern vorzugsweise der rationelle undsorgsame Betrieb der Kultur eine in nationalökonomischer Hin-sicht heilsame Förderung erfährt. Bereits das Gesetz vom15. Juni 1879 bestimmt die Errichtung von landwirtschaftlichenLehrstühlen an den höheren Volksschulen der Departements.Aufserdem bestehen iooles pratiques d’ agriculture, fermes-ecoles undScoles de bergers , welche den praktischen Bedürfnissen mittlererÖkonomen, Pächter und — Hirten vollkommen entsprechen.Denselben Zweck verfolgt dem Wesen nach, nur in andererForm Langau er in seinem Artikel »Schulgarten und land-wirtschaftliche Fortbildungsschulen« (Neue FreiePresse, Abendblatt vom 31. Juli 1889), worin es heifst: »DerSchulgarten wird ein hervorragendes Lehrmittel unsererniedrigen Schulen der Zukunft werden. Er wird zu einer ge-wissen sozialen Bedeutung gelangen, denn die erwachte Liebezur Pflege eines kleinen Fleckchens Erde, der Trieb, ein solchessein eigen zu nennen , es zu verschönern und zu schmücken,ist ein kräftiger Ansporn für Jeden. — Die landwirtschaft-liche Fortbildungsschule muss so organisiert sein, dafssie gleich der Volksschule jedermann leicht zugänglich sei.Landwirtschaftslehre allein kann kein Lehrgegenstand in der-selben sein, dazu fehlen nicht nur die Lehrer, auch die Zög-linge sind nicht vollkommen dafür reif. Es handelt sich fürdie landwirtschaftliche Fortbildungsschule hauptsächlich darum,die Lehrgegenstände der Volksschule zu vertiefen und selbe voneinem bestimmten Gesichtspunkte — dem der Landwirtschaft —zu betrachten. Das reiche Gebiet der Landwirtschaft mit seinenverschiedenen Grundlagen und Lebensbedingungen ist hierzuvollkommen geeignet, um allen Gegenständen der Volksschuleals Konzentrationspunkt zu dienen. Der Unterricht wird haupt-sächlich auf das Auge und auch auf die Hand reflektieren, einSchulgarten, ein Versuchsfeld wird das Buch sein, in dem dielandwirtschaftliche Fortbildungsschule zu jeder Stunde liest undihre Lehren und Erkenntnisse schöpft.«
An dieser Stelle möchten wir auch kurz auf die bereits inmehreren Departements bestehenden „ SoeiStSs scolaires protectricesdes animavx et oiseaux utiles ä l’agriculture“ hinweisen, welche nichtallein dem Tierschutze, sondern auch der Gemütsbildung zumHeile gereichen.