Beiträge zur Kenntnis des modernen Volksschulwesens von Frankreich.
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sämtliche Mitglieder, von denen die ordentlichen einen minimalenJahresbeitrag von 5 Fr- leisten,
Die Ligue frangaise de l’enseignement (Cercle parisien: 14,rue J. J. Rousseau), deren Präsident Jean Mace ist, befafst sichhauptsächlich mit der Propaganda für moderne pädagogischeBestrebungen, für welchen Zweck sie zahlreiche populäreSchriften, zumeist jedoch Kataloge, gratis verteilt; so für dieVolksschulen: die Anleitung von M. Salicis über die Erteilungdes Handfertigkeitsunterrichtes, für Volksbibliotheken : Katalogeund Anweisungen zur Einrichtung und Leitung derselben, fürpopuläre Vorlesungen: das Verzeichnis praktischer Behelfe fürTurn- und Schützenvereine: Statuten, endlich Broschüren, vondenen die folgende auffällt: Muster der Statuten einer republi-kanischen Unterrichtsgenossenschaft. Den Verkehr des Vereinsund seiner Mitglieder vermittelt das „ Bulletin de la Ligue‘‘, daszahlreiche einschlägige pädagogische Artikel enthält und aufdem Titelblatt die Devise führt: „Pour la patrie, par le livre ,par V&p&e.“
Den gewerblichen Unterricht der Frauen verfolgt die SociStSpour 1 ’enseignementprofessionnel des femmes, welche sich im Jahre 1862aus der von Elise Lemonnier im Jahre 1856 gegründeten SocieUde protection matemelle pour les jeunes filles entwickelt hat. Sieunterhält gegenwärtig 3 Schulen, worin den 500 Schülerinnenin 8 verschiedenen Kursen ehrsame industrielle Erwerbszweige:Geschäftsführung, gewerbliches Zeichnen, Malen, Holzschneide-kunst, Glasmalerei, Konfektion, Wäschefabrikation und Stickereibeigebracht werden. Die eintretenden Schülerinnen müssen einMinimalalter von 12 Jahren haben und eine Aufnahmeprüfungbestehen; der Vormittag wird dem theoretischen, der Nach-mittag dem praktischen Unterrichte gewidmet. Das monatlicheSchulgeld beträgt 12 — 15 fr., doch giebt es viele ganze und halbeFreiplätze. Der Verein hat sich im Jahre 1870 in eine anonymeAktiengesellschaft umgewandelt, deren Ausschufs aus hervor-ragenden Persönlichkeiten beiderlei Geschlechtes gebildet ist,während den Unterricht nur weibliche Kräfte besorgen.
Gewerblichen Charakters ist auch die SociStS des ateliersd’areugles (gegründet 1881, Präsident M. Krantz) mit der Be-stimmung, jenen Unglücklichen die nach ihrer Kindheit erblindet.sind, somit in die Institution nationale des jeunes aveugles keineAufnahme finden, einen Erwerbszweig zu sichern. Die aus-wärts wohnenden Blinden (derzeit 30) sind tagsüber in derGewerbeschule beschäftigt, wo ihnen in einigen Monaten dieBürstenbinderei, Matten-Fabrikation, das Stroh- und Rohrflechtenbeigebracht werden, welche Erwerbszweige sie dann späterselbständig ausüben können.
Das Comite pour Vencouragement des Stüdes commerciales en