Buch 
Die Grundgedanken von Pestalozzi und Fröbel / von F. Beust
Entstehung
Seite
10
JPEG-Download
 

10

Die Anschauungsübungcn Pestalozzi's und die Formen-arbeiten Fröbel'S in meiner eigenen Anstalt.

Bor allen Dingen bleiben wir anch in der Elementar-schule der von beiden großen Borbildern angenommenenmathematischen Grundlage treu. Halten wir fest an derErgründnng des Wahren, es folgt daraus von selbst dieAchtung vor dem, was recht ist und der Trieb, dem ent-sprechend zu handeln. Berlassen wir auch das Prinzip derunverfälschten, ächten Natnranschanuug nicht.

Alle Entwickelung gründet sich auf Gestaltung, alleKultur auf Arbeit. Ziehen wir unsere Kinder heran zur ge-staltenden Arbeit, auf daß sie fähig werden, als bewußteGlieder unseres Bolkes mit ihrer Arbeit einst an der Er-ringung hoher Kulturzwecke Antheil zu nehmen.

Trachten wir danach, jede Schule zu einem lebendigenOrganismus zu machen, welcher nach wohlbedachtem Plane,durch gemeinsame Thätigkeit das hohe Ziel der Erreichungder Bildungszwccke anstrebt, zugleich aber anch im Einzel-nen als Organismus sich fühlt und fnnktionirt.

Die mathematische Grundlage.

Wir halten, wie schon mehrfach gesagt, an der un-mittelbaren Anschauung fest, allein wir unterscheiden unsin einem Punkte wesentlich von Pestalozzi und Fröbel, in-dem wir die abstrakten Größen vorläufig ganz und garbei Seite lassen. Durch häufige Beschäftigung mit ver-schiedenartigen Größenformen kommen die Kinder ganz vonselbst dahin, von den konkreten Maaßen abzusehen und sichder abstrakten Zahlen zu bedienen. Hiezu einen Anstoß zugeben, findet sich später anch Gelegenheit genug.

Seit Pestalozzi's und Fröbel'S Zeiten sind uns Er-eignisse allgemeiner Art zu Hülfe gekommen, um gins dasRichtige findbarer zu machen, ich meine die allmälige Ber-allgemeinernng der öffentlichen Maaße, wie sie in Beruf undWissenschaft ihre Anwendung finden. Durch die Aufstellungund Einführung des metrischen Systems hat sich die Be-schäftigung mit Zahlen und Werthen sehr vereinfacht. Einvollkommenes Durchdrungen der Größenverhältnissc ist nur