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herabsetzend als Selbstsucht zu bezeichnen; denn das Ziel desMutualisten ist neben dem eigenen der fremde Friede.
Die richtige Unterscheidung wird davor bewahren, die altruisti-schen und mutualistijchen Kräfte als Unterarten des Egoismusaufzufassen ; man wird in ihnen nur die klaren Quellen gemein-nützigen Handelns erblicken können.
Fünftes Kapitel.
Die kultivistische Lraft.
1. Die Übung im allgemeinen.
I. Die wichtigste Art, das dauernde Festhalten an den sitt-lichen Kräften und Mitteln und den aus denselben abgeleiteten
Normen, Verpflichtungen oder Pflichten herbeizuführen, ist dieÜbung; durch dieselbe wird das sittliche Verhalten zu einer gutenGewohnheit, zum Instinkte; es wird durch die Übung eines gutenund festen Willens als Enderfolg eine bleibende Neigung zurFestigkeit und Wohlwollen, der gute Charakter, geschaffen; das
Wohlwollen kann zu etwas Selbstverständlichem, zur zweitenNatur werden.
I» der Gewöhnung des Sittlichen ist schon die Entwöhnungdes Unsittlichen enthalten.
II. Die getreue Befolgung der Pflichten wird gleich der durch
sie bewirkten Selbstachtung zum Bedürfnisse, gewährt eine hoheBefriedigung, kräftigt das Selbstbewußtsein und erfüllt mit der
Überzeugung von der Notwendigkeit treuer Pflichtleistung, so daßdas Pflichtgefühl zum normalen Zustande und der Pflichtvergesseneals ein Bemitleidenswerter betrachtet wird.
III. Die Übung ist ursprünglich zwar nur die Pflege der
übrigen sittlichen Motive; allein sie entwickelt sich schließlich zueinem selbständigen Motive von derselben Bedeutung als es dieanderen sind.