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Das Pariser Volksschulgebäude umfaßt außer den Klassenzimmernfolgende Räumlichkeiten:
Das Zimmer des Direktors.
Ein Zimmer für Karten, Zeichenvorlagen, Gypsmodelle, Schüler-bibliothek.
Eine Turnhalle.
Einen Zeichensaal.
Einen Saal für Handfertigkeitsunterricht.
Einen kreau.
Ich darf hier einiges hinzufügen: Auf meine bezügliche Frage sagteman mir, daß es in Paris vielleicht noch ein paar, jedenfalls aber nurwenige Volksschulen gäbe, die keine Turnhalle hätten.*) Die Ausrüstungder Turnhallen ist derjenigen in deutschen Schulen ziemlich ähnlich. —Man sagte mir ebenfalls, daß es durchaus als Ausnahme anzusehen sei,wenn eine Volksschule keinen Zeichensaal hätte. Die Zeichensäle warenstets geräumig und hell. Eigentümlich ist, daß sie für die Schüler keineBänke und Tische, sondern Böcke mit davorstehenden wagerechten (ent-weder festen, oder mit Einzelfüßen versehenen und daher transportierbaren)Eisenstangen enthalten. Die Schüler legen ihr Zeichenblatt auf einengroßen, sehr steifen Karton, und diesen stützen sie gegen die Eisenstange.Die Zeichenlehrer rühmten, daß diese Einrichtung den Schülern größereFreiheit der Bewegung gestatte, als die in Deutschland gebräuchliche Sitz-weise auf Bänken und an Tischen gewähren könne. Die Säle für Hand-sertigkeitsunterricht enthielten 12—16 Hobelbänke je für zwei Knaben.In zwei Schulen enthielt dieser Saal auch Vorrichtungen für Unterrichtin Metallarbeit. — Der Ureuu ist meines Wissens in Deutschland völligunbekannt; der Name „Aula" giebt den betreffenden Begriff nicht genauwieder; ich habe mir daher erlaubt, die französische Bezeichnung beizu-behalten. Der ist ein zu ebener Erde, gewöhnlich am Spielplatz
liegender und mit diesem durch eine Thür verbundener Saal von der fürdie Aufnahme sämtlicher Schüler notwendigen Größe. Es stehen einigeBänke darin; in einer Schule bemerkte ich im Ursuu ein Harmonium.
*) Eine Turnhalle diente auch mitunter zwei Schulen.