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Ein Gang durch Pariser Schulen / von J. Pünjer
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Die Wände sind gewöhnlich mit allerlei Bildern freundlich geschmückt; auchsieht man hier häufig auf zierlichen Pappstücken kurze Sprüche, die ge-eignet erscheinen können, der Erziehung der Kinder zur Moral oder zupraktischer Lebensweisheit zu dienen. Z. B.Was du thust, das thuerecht."Wer Alkohol kauft, kauft den Tod" u. dergl. Der krsuiidient folgenden Zwecken:

u. Die Kinder versammeln sich hier morgens und mittags, wenn siezur Schule kommen.

b. Die Kinder halten sich hier während der Pause auf, wenn dieUngunst der Witterung das Spielen im Freien unmöglich oderunbehaglich macht.

e. Diejenigen Kinder, die in der Schule ihr Frühstück einnehmen,verzehren es im kräun.

ä. Hier hält der Chor der Schule seine Übungen im Gesang.

6. Hier werden gemeinsame Schulfeste abgehalten.

1. Hier versammeln sich junge Leute, die früher die Schule besuchten,um unter Leitung ihrer früheren Lehrer einige Stunden teils inbelehrender, teils in erheiternder Unterhaltung zu verbringen. Ichspreche hierüber noch weiter unten.

Als Nebenräumlichkeit einer Pariser Volksschule muß noch genanntwerden die Schulküche. In jeder Schule nimmt ein ganz beträchtlicherTeil der Schüler (von circa 300 Schülern im Winter oft 120150,im Sommer vielleicht einige weniger) das Frühstück in der Schule ein.*)Die Schulküche ist stets musterhaft eingerichtet; sie wird bedient von eineroder zwei Köchinnen. Die Speisen sind, so weit ich beobachtet habe, vor-züglich. Man giebt Fleisch, Gemüse, Linsen, Erbsen, Ei und ist auf Ab-wechselung bedacht, wenngleich diese nicht groß sein wird. Sobald Mittags11'/2 Ühr die l'Zstündige Mittagspause beginnt, giebt die Köchin das

*) Für diejenigen meiner Leset, denen die Einrichtung der französischen Mahl-zeiten unbekannt ist, möge zur Orientierung folgendes dienen: Man nimmt morgens(etwa um 7 oder 8 Uhr) das kleine Frühstück ein, bestehend aus Brot und Kaffee(Milch, Chokolade) (Is xstit äejsuner). Um 12 Uhr genießt man das Frühstück(äejsuner), nach unsern Begriffen ein vollständiges Mittagessen, aber ohne Suppe.Abends um 7 Uhr nimmt man die Hauptmahlzeit (älner) ein, fast so zusammengesetztwie das äsjeunsr, aber mit Suppe.