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Konkurrenz sich unter den Aspirantinnen die besten aussuchen kann. DieSchülerinnen stehen, wie aus dem vorigen ersichtlich ist, im Alter von12—16 (vielleicht ausnahmsweise 17) Jahren.
Der Unterricht in dieser Schule zerfällt in einen Allgemein- undeinen Spezialunterricht. Der Allgemeinunterricht, dem gewisse Stundenam Tage (morgens) alle Schülerinnen beiwohnen müssen, umfaßt außerden Schulwissenschaften (Französisch, Geschichte, Geographie rc.) noch Buch-führung, Gesundheitslehre, Englisch, Zeichnen, Haushaltung, Zuschneidenund Schneidern. Alle Schülerinnen also müssen von diesen Dingen etwaslernen. Die Beschäftigung in der Küche, also die Unterweisung in derHaushaltung, ist für alle Schülerinnen gleich; es wird täglich eine gewisseZahl in die Küche geschickt zum Zubereiten der Speisen, Berechnen desPreises, Kochen u. s. w.
Für den Spezialunterricht, der den größten Teil des Tages umfaßt(ich glaube, er beginnt um 10 Uhr), formieren sich die Schülerinnen zubesonderen Klassen, die nun völlig von einander getrennt ihre besonderenZiele erstreben.
Die Spezialfächer sind:
u. Buchführung; hiermit verbunden Schönschreiben, Englisch, Steno-graphie.
d. Herstellung künstlicher Blumen. Den Schülerinnen wird nur derStoff geliefert; sie müssen selbst die Dessins entwerfen, selbst denStoff färben und zuschneiden.
e. Zuschneiden und Schneidern.
ä. Sticken.
6. Putzarbeit.
1. Zeichnen; hiermit verbunden Malen, Modellieren und Kunstgeschichte.
Ich möchte hervorheben, daß die Leistungen der Mädchen im Zeichnenund Malen mich überrascht haben. Die Mädchen des letzten Jahrgangshatten sehr ansprechende Zeichnungen nach der Natur auszuweisen. Fernersah ich sehr gefällige Malereien auf Stoff, auf Porzellan und Glas, diein der Schule entstanden waren.
Die Lehrerin, die mich führte, behauptete, daß die Mädchen nachAbsolvierung dieser Schule für Bureaux, Magazine, Modeläden u. dergl.