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sagte wieder: Ich wische den Satz aus, lege die Kreide in den Kasten usw.Diese ganze Übung wurde sehr gewandt und korrekt ausgeführt.
Ich möchte hier eine kleine Abschweifung machen und einige Worteüber die Methodik des neufremdsprachlichen Unterrichts hinzufügen. Ichbenutze hierzu außer meinen eigenen Beobachtungen die schon genannte,sehr interessante Schrift von Hartmann.
Es herrscht ein ziemlich bedeutender und auffälliger Unterschiedzwischen der in den Sekundärschulen Frankreichs gewöhnlich angewandtenMethode des neufremdsprachlichen Unterrichts und derjenigen, die in denanderen Unterrichtsanstalten (höheren Mädchenschulen, Ergänzungsklassender Volksschulen, Mittelschulen, Lehrerseminarien) gebräuchlich ist. In-folge verschiedener Umstände ist man in den Gymnasien und Realschulenüber das grammatisierende Übersetzen noch nicht hinausgekommen, ja dasRegelnpauken, das gedankenlose Übersetzen, sogar das Wort-für-Wort-Übersetzen (16 Not-ü-Not) steht hier noch in schönster Blüte. Als Ur-sachen dieser Thatsache führt Hartmann vornehmlich an die laxen Ver-setzungen und die daraus entstehende Ungleichheit der Schüler einer Klasseund die Eigenart der Baccalaureatsprüfung. Diese Prüfung nämlich, dasAbiturientenexamen der Gymnasiasten, wird von Universitätsprofessorenabgehalten, und diese fordern ein möglichst flottes Übersetzen in die fremdeSprache und aus der fremden Sprache. Anders liegt nach Hartmannund auch nach meinen Erfahrungen die Sache in den anderen Schulen.Hartmann rühmt ganz besonders den fremdsprachlichen Unterricht, dem erin höheren Töchterschulen beigewohnt hat, — er wurde von Lehrerinnenerteilt —, und ich kann sagen, daß sowohl die Schüler der Ergänzungs-klasse, als auch die Schüler des Professors des Deutschen in der SchuleJean-Baptiste-Say keineswegs nur nach der Uebersetzungsmethode unter-richtet worden waren. Die vorhin genannten Schüler, die Byron lasen,mögen noch nach jener Methode unterrichtet worden sein.
Nach Hartmanns Beobachtungen, mit denen auch die meinigen über-einstimmen, hat man die Übersetzungsmethode nicht durchaus verlassen,mildert sie aber durch Gebrauch von Büchern, in denen nicht mehr zu-sammenhangslose Sätze, sondern zusammenhängende Stücke den Sprach-stoff bilden, sowie durch häufig eingeschobene Anwendung der Anschauungs-