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Rollin als Pädagoge : ein Beitrag zur Geschichte der Pädagogik / von Gustav Völcker
Entstehung
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So sehr man in Deutschland Rollin als Historiker kennt,so wenig schätzt man an ihm den Pädagogen, und doch sindbeide Seiten seiner reichen Thätigkeit so eng mit einander ver-flochten, dass die eine ohne Berücksichtigung der anderen kaumzu verstehen, dass namentlich der Historiker ohne genauere Be-kanntschaft mit dem Pädagogen schlechterdings nicht zu würdigenist. Johann Mathias Gesner empfahl sein pädagogisches Werkangelegentlich; kein Geringerer als Friedrich der Grosse, der ineinem später zu erörternden Briefwechsel mit ihm stand, würdigtihn mit Beziehung auf seine Gesammtthätigkeit der Worte: „Deshommes tels que vous marchent ä cöte des souverains.“ Hahn*)macht die gelegentliche Bemerkung, dass seit Rollin’s „Traitedes etudes“ die pädagogische Wissenschaft in Frankreich ver-loren gegangen, so dass jenes Buch noch jetzt den Text zu allenetwaigen pädagogischen Untersuchungen in der Universität her-gehen müsse; endlich Bücheier schreibt:**) „Seine Leistungenfür die Humaniora, besonders auch für den Unterricht in derGeschichte, den er eigentlich zuerst in die Collegien brachte,und besonders sein Traite des etudes, stempeln ihn zum grösstenPädagogen, den Frankreich in den letzten Jahrhunderten hatte.“Indess abgesehen von diesen vereinzelten, wenn auch noch so ge-wichtigen Stimmen hat man dem Pädagogen Rollin in Deutsch-land sehr wenig Beachtung geschenkt. Es existirt meines Wissensüber ihn nur ein von Kämmel verfasster Artikel der Schmid'-schen Encyklopädie, der materiell zutreffend, aber allzu skizzen-haft gehalten ist. So erschien es mir denn eine nicht undank-bare Aufgabe, Rollin’s Verdienste um das Studium der Huma-niora, insbesondere um die französische Gymnasial-Pädagogik,daneben seinen Kampf gegen den Jesuitismus, seine Thätigkeitals Gelehrter, Dirigent und Rector der Pariser Universität einer

*) In seinem vortrefflichen Werke: „Das Unterrichts-Wesen inFrankreich“ S. 307.

**) Schmid’s Encyklopädie II, S. 449 (Artikel Frankreich).

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