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Lacretelle, histoire de France pendant le 18. siede, V, 50)a. a. 0. S. 229: „Rollin selbst hatte bei diesen Arbeiten vor-zugsweise einen pädagogischen Zweck und wollte ausserdem dergrossen Menge der Gebildeten, die ihre Kenntniss der altenWelt nicht unmittelbar aus den Quellen schöpfen können, hilf-reich entgegenkommen. Indess wenn man auch sein Urtheil.dahin abgiebt, dass Rollin nicht selten unkritisch verfahren sei,seine Autoritäten zuweilen übel gewählt, manches Bedeutendeund Anziehende übersehen, manches andere durch Induction zufinden nicht verstanden, für die Eigenthümlichkeit des altenLebens die echte Darstellungsweise nicht immer gefunden habe-,so steht doch fest, dass die herodotische Naivetät und Ausführ-lichkeit seiner Erzählungen vortrefflich geeignet gewesen ist, dieJugend zu fesseln und in die alte Geschichte tiefer einzuführen,während zugleich bemerkt werden darf, dass die Wärme undLebendigkeit, womit Rollin die Helden und selbst die Institu-tionen der Alten darstellt, nicht wenig dazu beigetragen hat,bei den Franzosen des 18. Jahrhunderts jenen Enthusiasmusfür freies Staatsleben zu entwickeln, welcher in den Tagen derRevolution so ungestüm sich geltend machte. Schien er dochauch bei aller Milde und Besonnenheit seines Auftretens durchdie Art wie er als Lehrer der Eloquenz durch seine Benutzungder Muttersprache zu dem gelehrten Herkommen, als Jansenist.zu den bestehenden Gewalten in Opposition sich gesetzt hatte,ein Chorführer der täglich anwachsenden Menge derer gewordenzu «ein, welche mit allem Hergebrachten in Widerspruch ge-riethen.“
Göbel äussert sich in Bezug auf die Art seiner Darstellungin der Einleitung zu Bd. XVII seiner Bibliothek S. XIII, dasser in denjenigen Partien, wo auch die neuere Geschichts-forschung über die Erzählung der Alten nicht hinaus könne,als unübertroffen dastehe. Ja, wenn man diejenigen deutschenGeschichtswerke, welche sich durch eine lebendige und fesselndeDarstellung auszeichnen, mit Rollin vergleiche, so werde manzu seinem grössten Erstaunen inue werden, wie unendlich vieldiese Werke jenem zu verdanken haben.
gethan, will ich auch hier noch einmal Rollin’s „Histoire d’Alexandrele Grand“ und die treffliche Auswahl „Hommes illustres de l'anti-quite“ (beide eine Zierde der Göbelschen Sammlung) als Leetüre derIII empfehlen. Zu erwähnen ist auch noch „Histoire d’Alexandre leGrand par Rollin“, edirt von Collmann, Weidmannsche Samm-lung. 1877.