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bei ihm Hand in Hand. So sehr er auch wünscht, dass derJugend das Schöne und Wahre des Alterthums erschlossenwerde, verlangt er doch, dass ihr gezeigt werde, wie wenig diereligiösen Ansichten und sittlichen Grundsätze desselben be-friedigen, wie sich nur bei einzelnen erleuchteten Geistern desAlterthums eine Ahnung der Wahrheit des Christenthums finde.Eine möglichst vertiefte sittliche Bildung war für ihn schondeshalb hochwichtig, weil er seine Zeit als eine entartete ansah,gegen deren schädliche Einflüsse die jugendlichen Gemütiber mitden besten Gegenmitteln auszustatten seien. So stellt er denbis dahin ganz vernachlässigten Unterricht in der Geschichteganz besonders deshalb so hoch, weil sie eine Lehrerin derMoral ist, weil ein nach seinen Intentionen betriebener histo-rischer Unterricht reichliche Gelegenheit zu ethischen Betrach-tungen bietet. Aber auch für den sprachlichen Unterricht be-tont er überall das Hervorlieben und Nutzbarmachen des in demjeweiligen Lehrobject liegenden ethischen Gehaltes, so bei dervon ihm mit grosser Vorliebe und Ausführlichkeit behandeltenHomer-Lectüre, hei der Besprechung der für die schriftlichenArbeiten zu wählenden Texte, bei seiner Verwerfung der Lectüredes Terenz aus moralischen Bedenken. „Ein guter Lehrer, sagter (S. 9), muss hei der Erziehung über dem Wissen nicht dieBildung des Charakters vergessen, er muss bestrebt sein, sie(die Schüler) tugendhaft zu machen, zu guten Söhnen, Vätern,Freunden, Bürgern. Der Zweck der Erziehung ist, wie Platosagt, wie auch der Regierung eines Volkes, die Menschen zubessern. Die besten Charaktere des Alterthums muss die Jugendkennen lernen, um ihrem Beispiel zu folgen. Der Lehrer musshei der Lectüre ihre Tugenden her vorheben, aber nicht langemoralische Betrachtungen anstellen sondern kurze und lebendigeStreiflichter geben, wie Seneca sagt: Non multis opus est sedefficacibus. Facilius intrant, sed et haerent.“
Der eigentlichen Einleitung (Observations particulieres surcet ouvrage) geht voraus ein Discours prelirainaire, enthaltend:Reflexions generales sur les avantages de la bonne education,Avantages de l’etude des beaux-arts et des Sciences pour formerl’esprit, Soin de former les moeurs, Etüde de la religion, Re-flexions sur ee qu’ on appelle le bon goüt. Ohne uns bei diesenvortrefflichen Erörterungen aufzuhalten, wollen wir nur das überdie beiden letzten Punkte Gesagte kurz betrachten. Wie bereitserwähnt, sollen die Schüler darauf hingewiesen werden, wie un-zureichend die religiös-sittlichen Anschauungen des Alterthumsgewesen. Rollin spricht seine Zufriedenheit damit aus, dass