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epistola ad Laetum und auf Fenelon’s Buch „De l’education desjeunes Alles.“ Er betont vor allem die religiöse Herzensbildung:„La joie dune mfere chretienne doit etre d’entendre sa Alle d unevoix faible et dune langue begayante, prononcer le doux nomde Jesus-Christ, ä qui eile a ete vouee dans le baptftme.“ Dochsoll man ein junges Mädchen nicht fern halten von der Gesell-schaft oder gar in Anzug und Manieren in einen Gegensatz zuihr bringen. Dies würde nur Wünsche und Neid erregen. Dasweibliche Geschlecht liebt von Natur den Putz. Eine verstän-dige Mutter wird dieser Neigung Rechnung tragen, aber auchallmählich den Putz als werthlos und nebensächlich ansehenlehren. Ein junges Mädchen gewöhne sich allmählich an dieGesellschaft in Begleitung einer sorgsamen Mutter, die ihr nurzeigt, was ihr zu sehen ziemt und die ihr die Fehler bei Ge-legenheit entdeckt. Das grösste Hinderniss für die gute Er-ziehung der Töchter liegt in der ungeordneten Lebensweise derEltern. Letztere müssen selbst daran mitarbeiten, nicht blossgute Grundsätze sondern auch gute Beispiele in ihrem eigenenLehen geben. Oft bringen Mütter ihr Leben zu im Spiel, imTheater, mit unpassender Unterhaltung und beklagen sich dannnoch über ihre schlechten Gouvernanten; oft auch sieht manEltern ihre Kinder in öflentliclie Schauspiele und Lustbarkeitenführen, die ihnen nur ein ernstes und thätiges Leben verleiden,zu dem die Eltern sie doch anlialten wollen. Sie mischen sodas Gift mit der heilsamen Nahrung, gewöhnen die AüchtigePhantasie der Kinder an die gewaltsamen Erschütterungen leiden-schaftlicher Vorstellungen, sie flössen ihnen den Geschmack derLeidenschaften ein und lassen sie unschuldige Vergnügungenlangweilig Anden. Die geistige Ausbildung der Mädchen ist biszum sechsten oder siebenten Jahre dieselbe wie die der Knaben.Für das spätere Alter äussert sich Rollin in folgender Weise:Es ist darauf zu achten, dass die Mädchen sich eine gute Aus-sprache aneignen, dass sie gut lesen, nicht stockend, nicht mono-ton. In der Orthographie sind sie meist sch-wach, woraus manihnen keinen Vorwurf machen kann, da dies ein allgemeinerFehler des weiblichen Geschlechtes ist. Aber dennoch sollteman dem entgegen arbeiten durch einige Kenntniss der franzö-sischen Grammatik. In der Arithmetik müssen sie die 4 Rech-nungsarten kennen. — Sehr behutsam sei man in der Wahlder Lektüre, besonders gebe man keine Komödien und Tragödien,mit Ausnahme der Athalie und Esther von Racine. Alles wasden Sinnen schmeichelt, die Begierde, das Gefühl erregt, ist zirmeiden. Ebenso ist mit der Musik zu verfahren, das Studium