(>2 Exposä über die Organisation des gewerblichen Unterrichtes.
wird, so ist das gemeinschaftliche Zeichnen nach Wandtafeln oder grossen Vorlagen zu empfehlen,welche, mit einem kurzen Text versehen, es dem Schüler ermöglichen, sich nach einmaligerErklärung des Lehrers über die zu zeichnende Aufgabe auch selbst zu belehren.
Bei der Projectionslehre sind ausser der Darstellung der Linien, Flächen und Körper inverschiedenen Stellungen und Durchschnitten auch practische Beispiele 'aus verschiedenen Gewerbenvorzunehmen. Projectionstafeln mit Modellen dienen zur Ergänzung des Unterrichtes. Als Anhangder Projectionslehre sind für die befähigteren Schüler die Elemente der Schattenconstructionanzuschliessen.
II. Freihandzeichnen.
Das Freihandzeichnen beginnt mit dem Flachomament nach mustergiltigen Vorlagen, welchedas geometrische, das systematische Ornament, sowie das stylisirte Blatt- und Blumenornamentdarstellen. Bei dem darauf folgenden Zeichnen von plastischen Ornamenten, ist vor Allem aufeine strenge Contour und auf eine einfache, wenig zeitraubende Schattirungsweise Rücksichtzu nehmen.
Bei der Wahl der Zeichenvorlagen ist besonders auf mustergiltige und stylgerechte Beispielezu sehen, und ist der Schüler beim Zeichnen über die Stylperioden der Ornamente zu belehren.
Die Elemente des Figurenzeichnens haben jene Schüler zu lernen, deren Berufsfach esnothwendig erscheinen lässt.
a) Gruppe für das Baugewerbe.
I. Jahr.
Zeichnen nach Vorlagen der verschiedenen Bauconstructionen und Bautedails, welche beiden Bauhandwerken Vorkommen, wobei die verschiedenen, in der Zeichnung dargestellten Materialiendurch Anwendung der entsprechenden Farben deutlich zu machen sind. Für Maurer erfolgt dasZeichnen von Grundrissen und Durchschnitten ganzer Gebäude in der Weise, dass sich derZusammenhang der einzelnen Constructionstheile ersehen lässt.
II. Jahr.
Maurer, Steinmetze und Tischler zeichnen die Elemente der griechischen und römischenSäulenordnungen; die Steinmetze darauf Steinschnitt, während alle anderen Bauhandwerker, Zeichen-übungen bezüglich der ihren Fächern entsprechenden Objecte fortsetzen.
b) Gruppe für die Maschinengewerbe.
I. Jahr.
Zeichnen (nach Vorlagen) der verschiedenen Masehinenelemente, worauf das Zeichnen vonMaschinenliestandtheilen nach Modellen mit Zuhilfnahme des Masstabes folgt.
II. Jahr.
Zeichnen und Construiren ganzer Maschinen und solcher Objecte, welche dem Gewerbedes Schülers entsprechen.
c) Gruppe für die Kunst- und Kleingewerbe.
Für diese Gruppe ist das geometrische wie das Freihandzeichnen gleich wichtig, es mussdaher beides im Zusammenhänge geübt werden. Das Ornamentenzeichnen kann hier auch nachplastischen stylgerechten Gypsmodellen fortgesetzt werden. Das Figurenzeichnen ist von Schülern,welche sich dem Kunstgewerbe zuwenden, neben dem Zeichnen von Gegenständen, welche ihremspeciellcn Gewerbe entsprechen, weiter zu üben.
Die fertigen Schülerarbeiten sind im Laufe des Schuljahres jeweilig ahzugeben und vondem Lehrer bis zum Jahresschlüsse aufzubewahren.
Bei dem Unterrichte im geometrischen Zeichnen ist weniger auf die theoretische, als aufdie practische Seite Rücksicht zu nehmen, damit der Schüler so bald als möglich in die Lagekomme, die in sein Fach einschlägigen Objecte nach richtigen I’rincipien darzustellen.