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Vierzehn Casual-Reden : Pädagogen gewidmet / von Gustav Adolph Kadner, Lehrer
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uns Wein gereicht!"*) — Jenes unaussprechlicheGrauen, jenes Fliehenwollen des Menschen vor sichselbst, das ven Sünder in einsamen Stunden peinigt,ist dann fern von uns. Der Beifall deS Richtersüber und in uns ist uns mehr werth, als allesLob von Menschen. **) Oder ist es nicht ein freudi-ges und darum erhebendes und stärkendes Be-wußtsein, zu sich sagen zu können: „Du bist doch einbrauchbares Glied in der großen Kette der Mensch-heit; Du bcbauplcst mit Ehren Deinen Wirkungs-kreis und hast nicht nöthig, Dich vor Andern zudemüthigen, weil Du ihnen an innerem Werthegleich bist, weil Dein guter Wille und Deine guteThat Dich adeln?!" — Beseelt uns der Friede mitGott und mit unserm Gewissen, so herrscht auch Friede

in unserer Schule.

Das friedfertige, harmonircnde Verhältniß kannsich hier in zwei Richtungen äußern: es kann zwischenLehrer und Schüler und zwischen den Schülern untereinander obwalten. Friede zwischen Lehrern und Schü-lern findet sich dann vor, wenn der Lehrer dieselbenmit Freuden zu sich kommen sieht und der Zöglingfröhlich den Weg betritt, der ihn zu seinem ihm theu-ern Lehrer führt. Dann umschlingt das zarte Bandder Liebe, welches ist das Band der Vollkommenheit(Col. 3, 14), mit sanfter und auch wiederum mit star-ker Gewalt Beider Herzen, und es wallet still undlesie in der Schule heil'gcu Räumen jener guteGvttesgeist, welcher segnet wie der perlende Mor-genthau im Strahl der goldenen Morgenwnne stillund leise das Blümchen labt und erquickt. O dreiMal Heil dem Lehrer und Erzieher, in dessen Lehr-zimmer dieser Genius seine Wohnung genommen!

") 2. Eor. 6. 10. t Petr. 3. 13— 17. Job. 14. 1—27") 2. Eor. l. I?. i. «»„r. -t. 3.