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hat man der Familie überlassen, allein wie wir sahen, ist die Familienur in den seltensten Fällen im Stande, dem Kinde das zu bieten,dessen es zur Aneignung eines Lebensbernfes bedarf, und so bleibt demSchüler nichts anderes übrig, als sich in der neuen Schule, der Lehre,die nothwendige praktische Bildung zu erwerben. Vielfach ist es aberdazu zu spät, denn es gibt Eigenschaften, die nur durch frühzeitige undlange fortgesetzte Übung und Gewöhnung feste Wurzeln fassen, An-lagen, deren Entwickelung bereits in zarter Jugend beginnen muss;vielfach ist in dem Schüler die Lust und Liebe zur praktischen Beschäf-tigung abgeschwächt oder gar getödtet worden. Kein Wunder! EinSchüler, der mit Sprache, Literatur und den Versmaßen, mit Gleichungenund Constructionsaufgaben, mit Geographie und Geschichte sich beschäftigt,der die schwierigen Systeme des Pflanzen-, Thier- und Mineralreichesund alle möglichen physikalischen Gesetze kennen gelernt hat, nimmt nur. ungern die Schusterahle in die Hand! Er hat die praktische Beschäf-
tigung nicht lieben gelernt, er meidet sie und sucht Beschäftigung aufdem Gebiete, für welches er so lauge Zeit vorbereitet wurde, und sowird das geistige Proletariat von Jahr zu Jahr in verhängnisvollerWeise vermehrt.
r» Diese Vorwürfe verstummen zu machen, die schmerzliche Lücke, die
unser Volksschul-Unterricht auszuweisen hat, auszufüllen, dahin geht dasBestreben aller Denkenden, für das allgemeine Wohl des Volkes sor-genden Jugendfreunde, und als das vorzüglichste Mittel, dieses hoheZiel zu erreichen, gilt ihnen die Einführung des Handfertigkeits-Unter-richtes in der Volksschule.
Inwiefern wird nun durch den Handfertigkeits-Uuterricht die all-gemeine Bildung gefördert? Inwiefern wird durch denselben.das Kindfür das wirkliche Leben vorbereitet?
Da die intellectuelle Bildung die Grundlage bildet, so frägt essich zunächst, wie sich der Handfertigkeits-Unterricht zu derselben verhaltenwird. Die Einführung des genannten Unterrichtes erfordert offenbareine Vermehrung der wöchentlichen Unterrichtsstunden, die sich gewissnur nutzbringend für den intellektuellen Unterricht und für die körperlicheEntwickelung erweisen wird, denn:
a) Es wirkt der Wechsel von Kopf- und Handarbeit erfrischendauf den Geist des Kindes.
i>) Das Anschauungs- und Denkvermögen wird durch diesen Unter-richt wirksam entwickelt.
o) Es ist bei der Handarbeit der innere Trieb ohne Rücksichtaus andere Beweggründe leichter zu erzielen.