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Der Handarbeits-Unterricht für die männliche Jugend und der Slöjdunterricht in der Schule vom Standpunkte der Pädagogik : auf Grundlage der im Sommercurs 1884 von Seminardirector Otto Salomon in Nääs (Schweden) gehaltenen Vorträge / bearb. von Josef Urban ... [et al.]
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nur der Fall sein, wenn man zu große Anforderungen an die Kinderstellen wurde. Wenn man aber die Arbeit dem Vermögen der Kinderanpasst, können sie dieselbe auch leiste». Die Arbeiten müssen also vomLehrer nur methodisch geordnet, geleitet und überwacht, dürfen abernicht von ihm gemacht werden. Er soll dem Kinde wohl zeigen, wie dasWerkzeug zu halten, ein Handgriff anzuwenden sei, soll aber nicht mehrHilfe leisten. Wenn die Kinder vom Lehrer verwöhnt werden — unddamit sündigen manche LehrerHilfe zu erlangen, so können sie nichtmehr selbständig arbeiten, auch wenn sie ins Leben übertreten. Darumsoll ihnen nichts gemacht werden, auch wenn es ihnen anfangs schwerfällt, sich selbst zu helfen; sie überwinden diese Schwierigkeit in wenigMonaten und haben fürs ganze Leben reichlich gewonnen.

l V. Die Kinder sollen zu Ordnung und Genauigkeitgeführt werden.

Ein altes Sprichwort sagt: „Ordnung ist halbe Arbeit." Undman kann diesem Satze vollkommen beipflichten. Ordnung ist von größterBedeutung für alle Lebensverhältnisse. Durch sie hat man mehr Gcnussam Leben; man findet, dass es sehr angenehm sei, überall im HauseOrdnung zu haben und freut sich darüber. Speciell bei der Arbeit istOrdnung und Genauigkeit von größter Bedeutung und die Erziehungdazu demgemäß von besonderer Wichtigkeit. Der Arbeiter, der seineArbeiten nicht ordentlich und genau ausführt, genießt kein Vertrauen ^man nimmt ihn nur nachgedrungen, wenn man keinen besseren findet.Er ist überall im Nachtheil. — Die Kinder lernen nun häufig imElternhause keine Ordnung und Genauigkeit. In manchen Familien hältman selbst nichts auf diese Tugenden, in den Zimmern liegt alles buntdurcheinander herum, die Kleider sind unrein, zerrissen, die Kinderschmutzig. Dass in einem solchen Falle von einer Erziehung zu Ordnungund Genauigkeit keine Rede sein kann, ist selbstverständlich. In anderenFamilien halten wohl die Eltern auf Ordnung, aber man leitet dieKinder nicht dazu an, sondern die Mutter oder die Dienerinnen räumenauf, was die Kinder herum liegen lassen. Das ist aber kein Mittel,die Kinder zur Ordnung und Genauigkeit zu erziehen. Die Schulemuss also auch Gewöhnung an Ordnung zu einem ihrerErziehungszwecke machen.

Sie hat auch die Mittel hiezu, indem sie die Schüler anhält, denSaal, die Kleider, die Schulgeräthe, sich selbst rein und in Ordnungzu halten. Schriftliche Arbeiten, Zeichnungen müssen rein und genaugemacht werden. Wir haben also nicht zu wenig Mittel, um diesenErziehungszweck zu erreichen; und die Einführung des Slöjd wäre aus