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Gang der Schule zu befürchten sind, an den meisten Seminarennur als Beihülfe auftreten. Da bei einer größeren Anzahl desletzten Cursus nicht allen die Führung einer ganzen Klasse oderaller Unterrichtsfächer auf eine gewisse Zeit übertragen werden kaun,so geben diese Probelectionen wenigstens einigermaßen einen Ersatz,indem in ihnen den Seminaristen Themata über solche Lehrfächergegeben werden, für welche sich in der Schule zum ständigen Un-terricht keine Gelegenheit fand.*)
Ueberhaupt glauben wir als allgemeinen Grundsatz hier aus-sprechen zu müssen, daß es durchaus nicht nöthig ist, daß die Se-minaristen str allen Lehrgegenständen in gleich reichem Maße geübtwerden. Es wird genügen, wenn dies in gründlicher Weise in derReligion, deutscher Sprache und im Rechnen geschieht. Der er-ziehliche Theil des Unterrichts tritt hier schon vollkommen zu Tag,ebenso die Disciplin, die ganze allgemeine Didaktik, so daß fürdie übrigen Fächer blos noch die Methode fehlt, welche sich münd-lich oder durch wenige Uebungen leicht zeigen läßt. Wer in den3 Hauptfächern gut unterrichtet, findet sich ohne Mühe auch inden übrigen zurecht.
Am vollkommensten werden die Seminaristen in die Schul-praxis eingeführt durch Uebertragung einer ganzen Klaffe odermehrerer Lehrfächer an dieselben auf längere oder kürzere Zeit. Jelänger es geschehen kann, desto besser; wir haben an obigen Se-minaren diese Zeit ausgedehnt gesehen auf 1 Jahr, Jahr, sts,sti Jahr, auf Monate, auf wenige Wochen, es hängt die Zeit zu-sammen mit der Zahl der Zöglinge und der Zahl der Klassen derSeminarschule **). In dieser Einrichtung herrscht eine große Ver-schiedenheit zwischen den nord- und süddeutschen Seminarien,
Vergl. Curtmann, Lehrbuch des Unterrichts 1866, S. 52t s.
**) Es ergibt sich hieraus auch die Unrichtigkeit des Grundsatzes, daß manglaubt, die Zahl der Zöglinge eines Seminars allgemein so weit ausdehnen zudürfen, als es der Raum der Scminargcbäude erlaubt. In den preußischenSeminarien ist, sv viel ich weih, die Zahl auf 72 oder 7b festgesetzt, 24—25für jeden Curs. Faßt der 3. practische Curs etwa 40 Schüler, so wird einetüchtige practische Einschulung fast unmöglich, es kommen auf den einzelnenSchüler viel zu wenig Uebungen.