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Die Theorie und Praxis des pädagogischen Unterrichts an den deutschen Schullehrer-Seminaren : eine Zusammenstellung und Beurtheilung der hierüber in Deutschland bestehenden Einrichtungen / von Ferdinand Leutz
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Es ist hier nicht unsere Absicht, die von den Regulativen ge-botenen Normen des pädagogischen Unterrichts — denn nur die-sen ziehen wir in Betracht, — zu vertheidigen, die Zeit ihrer Ent-stehung neigte sich zu einem Extrem hin, dem jede ideale Auffas-sung des Lehrerberufs gefährlich schien; allein wer an Seminarenwirkt oder gewirkt hat, wer sich besonders den Bildungsgrad derEintretenden vergegenwärtigt, der muß einen großen Theil der indem I. Regulativ enthaltenen Anschauungen und der darauf gegrün-deten Vorschriften als begründet anerkennen.

Daß vielfältig über die dort gezogenen engen Grenzen hinaus-gegangen wird, allein ohne das Nöthige zu versäumen, wird jedemBesucher preußischer Seminare klar geworden sein. Die Praxis istmächtiger als die Theorie, sie hat die eng gesteckten Grenzen über-schritten, sie hat vielfältig die zu materialistischen, auf das blosHandwerksmäßige gerichteten Bestrebungen ins Ideale hinüber-getragen, wie sie auf der anderen Seite die zu weit gehenden For-derungen und in leere Ideale sich verflüchtigenden Bestrebungeneingegrenzt und ihnen den festen Boden wieder gegeben hat. Werwollte über beide Richtungen das endgültige Urtheil fällen? Eswird stets die Aufgabe der leitenden und mitwirkenden Persönlich-keiten bleiben im eigenen Vorbild hier die richtige Mitte zu zeigen.

derselbe am Schlüsse seines Vertrags über die Freiheit der Wissenschaft und ihrerLehre die These aufstellte: „Die bisher in vielen Seminaren geübte willkürlicheBeschränkung der Lehrerbildung ist verwerflich." Er beschränkte diesen allgemei-nen Satz besonders auf den pädagogischen Unterricht. ? ie pädagogische Praxiskann hier nicht gemeint sein, sondern die Theorie sammt den Hilfswissenschaften.Diese Beschränkung, wo sie wirklich besteht, hat aber ihren Grund nicht in derWillkür, sondern in dem gewiß pädagogischen Grundsätze: zuerst das Nahelie-gende, dann das Entfernte, zuerst das Nothwendige, dann das Wünschenswerthe.