Nachtrag.
So eben beim Abschlüsse des Druckes erhalten wir die interessanteSchrift des Schulraths Dr. Stoy in Heidelberg über die Organi-sation des Lehrerseminars, angeknüpft an die Berichterstattung überdas erste Lebensjahr des Lehrerseminars zu Bielitz*). Es freuteuns, zu lesen, wie die wesentlichen Resultate, die sich uns aus derBegleichung der verschiedenen Einrichtungen ergaben, sich in Ueber-einstimmung finden mit den Gedanken^ die der auf diesem Gebieteseit länger als zwei Decennien bewährte Praktiker iir Bielitz so le-bensvoll zur Gestaltung gebracht hat. Die von Stoy aufgestelltenGruüdzüge sind, soferne die einleitenden Wissenschaften in den ge-hörigen Schranken gehalten werden, gewiß für jede Lehrerbildungs-anstalt maßgebend.
1. Letztes Ziel der pädagogischen Bildung im Seminar ist mög-lichste Fertigkeit und Sicherheit in der Handhabung der pädago-gischen Gesetze und in Beobachtung der ini einzelnen Falle nöthigenpädagogischen Rücksichten.
2. Soll dieses Ziel in Wahrheit erreicht werden, so muß indem Seminaristen ein pädagogischer Gedankenkreis aufgebaut wer-den durch Mittheilung der allgemeinen Pädagogik, Didaktik undGeschichte der Pädagogik.
3. Um die Sätze dieser Wissenschaften verständlich und frucht-bar zu machen, muß ein Cursus über Psychologie und Logik vor-ausgeschickt werden.
4. Auf Grund dieser Voraussetzungen folgt die pädagogischeArbeit des Seminaristen. Dazu gehört eine Zklassige Uebungs-schule, deren Lehrstunden zu einem Theile durch einen stehenden
') Leipzig bei Will). Engelmann. 1869.