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h. Schrift erkennt es, daß das Sittengesetz in unserer Brust über-einstimmt mit dem von Gott am Berge Sinai gegebenen. Dadurchentsteht im Kinde solche Ehrfurcht und solche Scheu vor diesem WillenGottes in uns, daß es sich hütet, mit demselben in Widerspruch zugeraten, und so an ihm einen nie irrenden Führer durch die dunklenJrrgänge des Lebensweges hat.
Wenn der Unterricht die ihm von uns bisher zugeschriebeneneinzelnen Aufgaben erfüllen will; wenn er durch Form und Anlageermöglichen soll, daß die höchste Wahrheit vom Schüler erkannt undbestimmender Inhalt seines Gedankenkreises werde: so muß derselbejedes Übermaß von sich weisen; so darf keiner Seelenkraft einebesondere Wichtigkeit beigemefsen, keine auf Kosten der andern in derAusbildung bevorzugt, namentlich das Gedächtnis durch den Me-morier-Mechanismus nicht allzusehr in Anspruch genommen werden.Besonders hat sich der Unterricht vor jedem Stoffübermaß zu hüten.Wo ein solches vorhanden ist, da kann die Aneignung nur einemechanische sein, da kann die Seele sich nicht auf das Einzelne kon-zentrieren und infolge besten das Wesentliche nicht selbstthätig er-fassen, da mangelt alle Klarheit des Wissens und somit auch desWillens, da bildet der Unterricht nicht Denkart und Gesinnung,sondern erzeugt hohle Köpfe und lähmt den Willen.
Der Vorwurf der Stoffüberbürdung wird gegen die Schule derGegenwart von manchen Seiten erhoben, und wir geben zu, daßdie „Allgemeinen Bestimmungen" der Schule eine größere Stoff-menge vorschreiben, als das „Regulativ" vom Jahre 1854; siebieten aber auch in den Forderungen über S'chulorganisation, Lehr-mittel, Bildung und Anzahl der Lehrkräfte die Bedingungen, durchderen Erfüllung die Verarbeitung der größeren Stosfmaste ermög-licht wird, und wenn die Erfolge des Unterrichts hier und damangelhafte sind, so hat das meistens seinen Grund darin, daß manzwar die Anforderungen an die Schulen stellt, aber die entsprechen-den Bedingungen nicht erfüllt.
Der Unterricht bietet nicht allein die Wahrheit in seinem In-halte dar; er bewirkt durch seine Form und durch Entwickelung undLeitung der intellektuellen Kräfte nicht allein die Möglichkeit zur An-eignung derselben: sondern er verleiht auch den Vorstellungen ihreden ganzen Gedankenkreis beherrschende Stärke und schafft die ausdem Gefühl hervorgehende Neigung, die erkannte Wahrheit zum be-wußten Inhalt seines Willens zu machen. Dies geschieht durch denLehrton.
Wenn der Lehrer mit Überzeugung die großen Thaten Gotteszu unserer Erlösung verkündet; wenn er begeistert von den Thatengroßer Männer redet; wenn er mit Liebe und warmer Teilnahme