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wollen wir unser Brot eintunken.“ Anna sprach: „Dort kanndie Nachbarin herein sehen, die an ihrem Fenster sitzt undspinnt.“ „So wollen wir drunten im Keller Äpfel essen“,sagte Jakob; „dort ist es so stockfinster, dass uns gewissniemand sieht.“ Anna sprach: „0, mein lieber Jakob! Meinstdu denn wirklich, dass uns dort niemand sehe? Weisst dunichts von jenem Auge dort oben, das die Mauern durchdringtund ins Dunkel sieht?“ Jakob erschrak und sagte: „Duhast recht, liebe Schwester! Gott sieht uns auch da, wo unskein Menschenauge sehen kann; wir wollen daher nirgendsBÖSeS tun.“ (Ch. Schmidt.)
27. Die duelle.
An einem heissen Sommertage ging der kleine Wilhelmüber Feld. Seine Wangen glühten vor Hitze, und er lechztevor Durst. Da kam er zu einer Quelle, die im kühlenSchatten einer Eiche hell wie Silber aus einem Felsen hervor-brach. Wilhelm trank sogleich von dem eiskalten Wasser —und sank fast ohnmächtig zur Erde. Er kam krank nachHause und verfiel in ein gefährliches Fieber. „Ach“, seufzteer auf seinem Krankenlager, „wer hätte es jener Quelle an-gesehen, dass sie ein so schädliches Gift enthalte?“ AlleinWilhelms Vater sprach: „Die reine Quelle ist an deinerKrankheit nicht schuld, sondern deine Unvorsichtigkeit undUnmässigkeit. (Ch. schmuit.)
28. Die Suppe.
„Die Mittagssuppe ist doch gar zu mager“, sagte diekleine Sophie und legte den Löffel weg, „ich mag nichtsmehr davon.“ — „Ich habe jetzt keine Zeit, eine andere zukochen“, sagte die Mutter; „ich will dir aber eine bessereAbendsuppe vorsetzen.“