Pharao.
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16. Dann, ja dann hätt' ich gelebt und mit Recht;Weh mir! Nun sterb' ich ein elender Knecht!""
17. Sprach's, da erschienen vom rauchenden HerdPriester der Göttin mit blinkendem Schwert.
18. Von der Gefangenen Nacken und FußSprudelt zur Erde der sühnende Gruß.
19. Auf und hinaus in die Fluten der Troß!
Blutige Männer auf blutigem Roß
20. Schwimmen die schäumenden Wogen entlang;Furchtbar erschallt der Druiden Gesang.
21. Brechende Blicke zum letztenmalGrüßen den scheidenden Sonnenstrahl.
22. Mutiges Wiehern zum letztenmalSchmettert im hallenden Herthatal.
23. Tiefer und tiefer versinken sie bald,
Dunkler und dunkler wird Ufer und Wald.
24. Dunkler und stiller wird Ufer und Well',
Aber im Osten schon rötet sich's hell.
25. Oestlich erglüht es, der Morgen erwacht, —
Kurz ist die nordische Sommernacht.
81. Pharao.
Moritz Graf von Strachwitz.
1. An dem roten Meer mit bekümmerter Seel',
Mit der Stirn im Staube lag Israel,
Vor ihnen der See tief flutender BornUnd hinten des Pharao klirrender Zorn:
„Jehova, erbarme dich meiner!"
2. Und Moses schlug mit dem Stab in den Schwall,Da türmte der Herr die Flut zum Wall,
Und das Volk des Herrn durch die Gaffe zog,
Und auf beiden Seiten stand das Gewog'
Und drüben fehlte nicht Einer.
3. Und Pharao kam an das Ufer gebraust,
Auf der Lippe den Grimm, das Schwert in der Faust;Sein strahlendes Heer, weit kam's gerolltUnd Roß und Reiter war eitel Gold.
„Nun, König der Könige, rette!"
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