Bilder Neapels.
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Wo du gehst, es ergießen in Strömen die Menschen sich:
Willst zum Strande du folgen vielleicht und die Fischer seh'n,
Wie mit nerviger Kraft an das Ufer sie zieh'n das Netz,
25 Singend, fröhliches Muts, in beglückender Dürftigkeit?
Und schon lauert der bettelnde Mönch an dem Ufersand,
Heischt sein Teil von dem Fang und die Milderen reichen's ihm.Ihre Weiber indes, in beständiger Plauderlust,
Sitzen unter den Türen, die Spindel zur Hand, umher.
30 Sieh! da zeigt sich ein heiteres Paar und es zieht im NuKastagnetten hervor und beginnt die bacchantischeTarantella, den üppigen Tanz, und es bildet sichUm die beiden ein Kreis von Beschauenden flugs umher;
Mädchen kommen sogleich und erregen das Tamburin;
35 Dem einfacheren Ohr der Zufriedenen ist's Musik.
Zierlich wendet die Schöne sich um und der blühendeJüngling auch. Wie er springt! Wie er leicht und behend sich dreht.Stampfend, Feuer im Blick! und er wirft ihr die Rose zu. —Durch's Gewühle mit Müh', ein Ermattender, drängst du dich40 And're Gassen hindurch; der Verkäufer und Käufer LärmRingsum. Horch, wie sie preisen die Ware mit lautem Ruf!Käuflich alles: die Sache, der Mensch und die Seele selbst!
Aus Karossen und sonstigem Pferdegespann, wie schrei'nWagenlenker um dich und der dürftige Knabe, der45 Auf die Kutsche sogleich, dir ein Diener zu sein, sich stellt!
Sieh', hier zügelt das Kabriolet ein beleibter MönchUnd sein Eselchen geißelt ein anderer wohlgemut.
Kuppler lispeln indes und es winselt ein Bettler dirManches Ave, verschämt das Gesicht mit dem Tuch bedeckt.
50 Dort steht müssiges Volk um den hölzernen Pulcinell,
Der vorn Marionettengebälke possierlich glotzt;
Hier Wahrsager mit ihrer gesprenkelten Schlangenbrut.
Alles tummelt im Freien sich hier: der geschäftigeGarkoch siedet, er fürchtet den seltenen Regen nicht;
55 Ihn umgibt ein Matrosengeschwader, die heiße KostSchlingend gieriges Muts. An die Ecke der Straße dortSetzt ihr Tischchen mit Kupfermoneten die Wechslerin,
Hier den Stuhl der gewandte Barbier und er schabt, nachdemErst entgegen dem sonnigen Strahl er ein Tuch gespannt.
00 Dort im Schatten die Tische des fertigen Schreibervolks,
Stets bereit zu Bericht und Suppliken und Liebesbrief:
Ob ein Knabe diktire der fernen Ersehnten seinSeufzen, oder ein leidendes Weib den verwiesenen