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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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436

Normannischer Brauch.

Frau.

Du willst nicht bleiben?

Wandrer.

Gott erhalt' euch.

Segn' euern Knaben!

Frau.

Glück auf den Weg!

Wandrer.

Wohin führt mich der PfadDort über'n Berg?

Frau.

Nach Cuma.

Wandrer.

Wie weit ist's hin?

Frau.

Drei Meilen gut.

Wandrer.

Leb' wohl!

O leite meinen Gang, Natur.

Den Fremdlings-Reisetritt.

Den über GräberHeiliger VergangenheitIch wandle!

Leit' ihn zum Schutzort,

Vor'm Nord gedeckt,

Und wo dem MittagsstrahlEin Pappelwäldchen wehrt.

Und kehr' ich dannAm Abend heimZur Hütte,

Vergoldet vom letzten Sonnen-strahl,

Laß mich empfangen solch ein Weib.Den Knaben auf dem Arm!

12S. Normannischer Brauch.

Ludwig Uhland.

(Fischerhütte auf einer Insel an der Küste der Normandie. Bald er, ein Seefahrer.Richard, ein Fischer, Thorilde,)

Bald er. Dies auf dein Wohlsein, vielgeehrter Wirt!Fürwahr, ich hab's dem tollen Sturme Dank,

Der mich in deiner Insel Bucht gejagt;

Denn solch ein traulich Mahl am stillen HerdHat mich seit langer Zeit nicht mehr gelabt.

Richard. Man trifft's in Fischerhütten besser nicht;

Hat's dir behagt, viel Ehr' und Freude mir.

Jnsonders wert ist mir so edler Gast,

Der aus dem nord'schen Heimatlande kommt,

Von wannen uns're Väter hergeschifft,

Davon man noch so vieles sagt und singt.

Doch muß ich dir eröffnen, edler Herr, ,

Wer bei mir einkehrt, sei er noch so arm, ^

Wird angesprochen um ein Gastgeschenk.

Balder. Mein Schiff, das in der Bucht vor Anker liegt.Es hegt der selt'nen Waren mancherlei,

Die ich vom Mittelmeere hergeführt,