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Auswanderung der Schweizer. — Ecke.
Frieden; da führte sie Gott in eine Gegend, die hieß das Brachenbürg. Da gab es gut Fleisch und auch Milch und viel schönes Korn;daselbst saßen sie nieder und bauten Schwyz, genannt nach Switer,ihrem ersten Hauptmann. Das Volk mehrte sich, in dem Tal warnicht Raum genug, sie hatten manchen schweren Tag, ehe ihnen dasLand Nutzen gab; den Wald ausroden war ihr erstes Tagewerk. EinTeil der Menge zog in's Land an den schwarzen Berg, der jetztBrauneck heißt. Sie zogen über das Gebirg in's Tal, wo die Aarrinnt, da werkten sie emsig zu Tag und Nacht und bauten Hütten.Die aber aus der Stadt Häßle in Schweden stammten, besetzten Hasliim Weißland (Oberhasli). Der Graf von Habsburg gab ihnen seineErlaubnis dazu. Gott hatte ihnen das Land gegeben, daß sie drinnensein sollten; aus Schweden waren sie geboren, trugen Kleider ausgrobein Zwillich, nährten sich von Milch, Käse und Fleisch und erzogenihre Kinder damit.
2. Ecke.
Ludwig Uhland.
In dem Lande, wo jetzt Köln liegt, wohnten drei königliche Jung-frauen. Sie haben Dietrichs Lob vernommen und wünschen sehnlich,ihn zu sehen. Drei riesenhafte Brüdcr, Ecke, Fasold und Ebenrot,werben um die Jungfrauen. Ecke, kaum achtzehn Jahre alt, hat schonmanchen niedergeworfen; sein größter Kummer ist, daß er nicht zufechten hat. Ihn verdrießt, daß der Berner vor allen Helden gerühmtwird und er gelobt, denselben, gütlich oder mit Gewalt, lebend oderrot, herzubringen. Zum Lohne wird ihm die Minne einer von dendreien zugesagt. Seburg, die schönste, schenkt ihm eine herrliche Rüstung,darein sie selbst ihn wappnet. Auch ein treffliches Roß läßt sie ihmvorziehen, aber Ecken trägt kein Roß und er braucht auch keines; vier-zehn Tag' und Nächte kann er gehen ohne Müdigkeit und Hunger.Zu Fuß eilt er von bannen über das Gefild, in weiten Sprüngen,wie ein Leopard; fern aus dem Walde noch, wie eine Glocke, klingtsein Helm, wenn ihn die Aeste rühren. Durch Gebirg und Wälderrennend, schreckt er das Wild auf; es flieht vor ihm oder sieht ihmstaunend nach und die Vögel verstummen. So läuft er bis nach Bern,und als er dort vernimmt, daß Dietrich in's Gebirg geritten, wiederan der Etsch hinauf in einem Tage bis nach Trient. Den Tag darauffindet er im Walde den Ritter Helfrich mit Wunden, die man mitHänden messen kann; kein Schwert, ein Donncrstrahl scheint sie ge-schlagen zu haben. Drei Genossen Hclfrichs liegen tot. Der Wunderät Ecken, den Berner zu scheuen, der all' den Schaden getan. Ecke