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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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mußt du in der Werkstatt sein".Gut", sagte der Geselle,wenn'snicht anders sein kann". Den nächsten Sonntag sagte der Meisterwiederum:Es ist viel zu thun", und so auch den dritten.

Als aber nach dem dritten Sonntage der Geselle den Wochenlohnerhielt, nämlich 24'/z Franken, wie es ihm zukam, da spricht er:Dasist zu viel!" und schiebt 3'/z Franken zurück.Warum?" sagte derMeister,es ist für die sieben Tage." Aber der Geselle spricht:Nein,für den Sonntag nehm' ich kein Geld mehr; denn der Sonntag istnicht zum Geldverdienen, und wenn ich am Sonntag arbeite, so geschieht'sEuch zulieb, und Geld will ich nicht!" Da sah der Meister den Ge-sellen groß an, und seit dem Tage war die Schmiede jeden Sonntaggeschlossen und kein Hammer und Blasebalg mehr zu hören.

14. Die Einladung.

Albert Knapp, Gedichte.

Am frommer Landmann in der Kirche saß;den Text der Pfarrer aus Johannes lasam Ostermontag, wie der Heiland riefvom User:Kindlein! habt ihr nichts zu essen?"Das drang dem Landmann in die Seele tief,daß er in stiller Wehmut dagesessen.

Drauf betet er:Mein liebster Jesu Christ,so fragest du? O, wenn du hungrig bist,so sei am nächsten Sonntag Loch mein Gastund halt an meinem armen Tische Rast.

Ich bin ja wohl nur ein geringer Mann,der nicht viel Gutes dir bereiten kann;doch deine Huld, die dich zu Sündern trieb,nimmt auch an meinem armen Tische wohl verlieb."

Gr wandelt heim und spricht sein herzlich Wortan jedem Tag die ganze Woche fort.

Am Samstagsmorgen läßt's ihn nimmer ruhn:Frau", hebt er an,nimm aus dein bestes Huhn,bereit es kräftig, fege Flur und Haus,stell in die Stub' auch einen schönen Strauß;denn wisse, daß du einen hohen Gastauf morgen Mittag zu bewirten hast!

Putz unsre Kinderlein, mach alles rein,der werte Gast will wohl empfangen sein!"