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Das sind die Bursche jung und wacker,die sammeln sich im Feld zuhaufund suchen den gereiften Ackerder Witwe oder Waise auf,die keines Vaters, keiner Bruderund keines Knechtes Hilfe weiß —ihr schneiden sie den Segen nieder,die reinste Lust ziert ihren Fleiß.
Schon sind die Garben fest gebundenund rasch in einen Ring gebracht;wie lieblich floh'n die kurzen Stunden,es war ein Spiel in kühler Nacht!
Nun wird geschwärmt und hell gesungenim Garbenkreis, bis Morgenluftdie nimmermüden, braunen Jungenzur eignen schweren Arbeit ruft.
2». Sommerlied.
I. P. Hebel, Werke 18-1S, II, Bd,
j6laue Berge!
Von den Bergen strömt das Leben.Reine Luft für Mensch und Vieh,Wasserbrllnnlein spät und frühmüssen uns die Berge geben,
Frische Matten!
Grüner Klee und Dolden schießen;
An der Schmehle schlank und seinglänzt der Tau wie Edelstein,und die klaren Büchlein fließen.
Schlanke Bäume!
Muntrer Vogel Melodeientönen im belaubten Reis,singen laut des Schöpfers Preis.Kirsche, Birn' und Pflaum' gedeihen.
Grüne Saaten!
Aus dem zarten Blatt enthüllt sichHalm und Ähre, schwanket schön,wenn die milden Lüste wehn,und Las Körnlein wächst und füllt sich
An dem Himmel
strahlt die Sonn' im Brautgeschmeideweiße Wölklein steigen auf,ziehn dahin im stillen Lauf;
Gottes Schäflein gehn zur Weide.
Herzensfrieden,
woll' ihn Gott uns allen geben!
O, dann ist die Erde schön;in den Gründen, auf den Höhnwacht und singt ein frohes Leben.
Schwarze Wetterüberziehn den Himmelsbogen,und der Vogel singt nicht mehr.Winde brausen hin und her,und die wilden Wasser wogen.
Uote Blitze
zucken hin und zucken wieder,leuchten über Wald und Flur.
Bange harrt die Kreatur.Donnerschläge stürzen nieder.